Speicherkrise, DDR5-Preise

Speicherkrise: DDR5-Preise um 90% gestiegen – iPhone 18 Pro wird 280 Euro teurer

18.06.2026 - 20:56:46 | boerse-global.de

Die hohe Nachfrage nach KI-Servern verknappt Arbeitsspeicher drastisch. Hersteller wie Apple und Dell geben Preiserhöhungen für Endgeräte bekannt.

KI-Boom treibt RAM-Preise: Apple, Dell bestätigen massive Aufschläge
Speicherkrise - A close-up of a modern RAM module with glowing circuits, representing the impact of AI on PC hardware. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Apple, Dell und andere Hersteller bestätigen massive Preissteigerungen bei Smartphones, PCs und Komponenten.

Apple bestätigt Preisschock für iPhone und Mac

Apple-Chef Tim Cook räumte am Donnerstag ein, dass Preiserhöhungen für iPhone, Mac und iPad unvermeidbar sind. Die Kosten für Speicherchips seien „nicht mehr tragbar“ – einige Komponenten kosten den Konzern inzwischen viermal so viel wie vor einem Jahr. Marktbeobachter rechnen beim kommenden iPhone 18 Pro mit einem Aufschlag von knapp 280 Euro.

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Doch Apple steht mit dem Problem nicht allein. Auch Dell, HP, Lenovo und ASUS haben Preiserhöhungen zwischen 15 und 30 Prozent angekündigt oder bereits umgesetzt. Der Grund: Bei Flaggschiff-Smartphones entfallen inzwischen rund 45 Prozent der Materialkosten auf den Arbeitsspeicher.

KI-Boom verschärft die Lage

Die Ursache der Krise liegt im KI-Boom. Halbleiterhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre Produktion zunehmend von DDR5 und NAND-Flash hin zu High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren. Die Folge: Die Vertragspreise für DDR5 sind im ersten Quartal 2026 um 90 bis 95 Prozent gestiegen. Auch NAND-Flash verteuerte sich um 55 bis 60 Prozent.

Besonders hart trifft es den Einzelhandel. SSDs sind für Privatkunden vielerorts kaum noch erhältlich – die Hersteller beliefern bevorzugt Großkunden aus der Industrie. Ein 32-GB-DDR5-Kit, das früher rund 120 Euro kostete, wird inzwischen für über 400 Euro gehandelt.

DDR4 feiert unerwartetes Comeback

Die explodierenden DDR5-Preise bescheren älteren Technologien eine Renaissance. Auf der Computex in Taipeh kündigten ASUS und MSI an, die Produktion von Mainboards für DDR4-kompatible Plattformen wie AM4 und LGA1700 hochzufahren. Der Schritt soll preisbewussten Bastlern eine günstigere Alternative bieten.

MSI stellte zudem BIOS-Updates für Intel-Mainboards der Serien 600, 700 und 800 vor, die den neuen HUDIMM-Standard unterstützen. Die Technologie reduziert die Anzahl der Speicherchips pro Modul und senkt so die Kosten – allerdings um den Preis einer um 45 bis 50 Prozent geringeren Bandbreite.

Verzögerungen bei neuen Produkten

Die Speicherkrise bremst auch die Einführung neuer Hardware aus. Valve verschob den Start seiner neuen Steam Machine samt Controller und Rahmen vom ersten Quartal 2026 auf unbestimmte Zeit. Grund: Die schwankenden RAM-Preise machen eine Festlegung des Verkaufspreises unmöglich. Dabei ist die Hardware – ein Zen-4-basierter Chip – laut Benchmarks vom Mittwoch längst fertig.

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Hoffnung aus der Software

Technologische Auswege zeichnen sich ab. AMD gab am Dienstag die Übernahme des Start-ups Mext bekannt, das auf vorausschauendes Speichermanagement spezialisiert ist. Ziel ist es, mithilfe von KI-Algorithmen weniger aktive Daten auf Flash-Speicher auszulagern und so die verfügbare RAM-Kapazität zu erhöhen.

Lexar präsentierte auf der Computex zudem eine SSD mit KI-Controller, die den DRAM-Bedarf lokaler KI-Modelle um mindestens 40 Prozent senken soll.

Entspannung frühestens 2028

Trotz dieser Innovationen bleiben die Aussichten düster. AMD-Manager David McAfee rechnet nicht vor 2028 mit einer Entspannung. Auch Epic-Games-Chef Tim Sweeney prognostiziert, dass die vollständige Erholung des Hardwaremarktes Jahre dauern werde – die Industrie müsse sich erst auf den langfristigen Bedarf der KI-Branche einstellen.

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