Sparschätzungen, Milliarden

Sparschätzungen: Nur 4% der 110 Milliarden USD verifizierbar

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 10:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Rechnungshof verwirft Großteil der von Musks Effizienzbehörde gemeldeten Milliardenersparnisse als nicht verifizierbar.

GAO-Prüfung: Nur 4 Prozent der DOGE-Sparsummen belegbar
Ein Stapel komplexer Finanzberichte auf einem Schreibtisch in einem modernen Büro vor einem unscharfen Konferenzraum. Illustration mit AI erstellt.

Eine Untersuchung des US-Rechnungshofes Government Accountability Office (GAO) vom 6. August 2026 wirft Fragen zur Belastbarkeit staatlicher Einsparungsberichte auf. Im Zentrum der Analyse stehen die Behauptungen des Department of Government Efficiency (DOGE), das unter der Leitung von Elon Musk umfassende Kürzungen im Bundeshaushalt angekündigt hatte. Während die Behörde Einsparungen in dreistelliger Milliardenhöhe ausweist, kommen die Regierungsprüfer zu dem Schluss, dass ein Großteil dieser Summen nicht verifizierbar ist oder auf fehlerhaften Annahmen beruht.

Intransparenz bei Verträgen und Zuschüssen

Nach Angaben des GAO beziehen sich die vom DOGE gemeldeten Sparschätzungen in Höhe von 110,3 Milliarden US-Dollar (Stand 7. Juli 2026) primär auf zwei Bereiche: 61 Milliarden US-Dollar entfallen auf Verträge und 49,2 Milliarden US-Dollar auf staatliche Zuschüsse. Die detaillierte Prüfung durch den Rechnungshof ergab jedoch, dass lediglich 4 Prozent der Gesamtsumme von rund 110 Milliarden US-Dollar tatsächlich verifizierbar sind.

Besonders deutlich wurden die Differenzen bei der Untersuchung von 13.476 Einzelverträgen. Bei über 25 Prozent dieser Verträge fehlten laut GAO jegliche Basisangaben, um die behaupteten Einsparungen nachzuvollziehen. In 5.812 Fällen konnten überhaupt keine Einsparungen festgestellt werden. Weitere 2.479 Verträge, die mit einem Volumen von 24,3 Milliarden US-Dollar in der Statistik geführt wurden, erwiesen sich als nicht nachvollziehbar. Nur 43 Prozent der gemeldeten Summen bezogen sich auf Verträge, die tatsächlich beendet wurden. Noch gravierender stufte das GAO die Situation bei den Zuschüssen ein, wo 96 Prozent der behaupteten Einsparungen als nicht belegbar eingestuft wurden.

Methodische Mängel am Beispiel von Miet- und Verteidigungsverträgen

Die Analyse des Rechnungshofes zeigt zudem auf, dass das DOGE Einsparungen für sich verbuchte, die bereits vor der Gründung der Abteilung eingeleitet worden waren oder faktisch nie realisiert wurden. Ein Beispiel hierfür ist ein Vertrag der Defense Health Agency: Hier wurden 1,7 Milliarden US-Dollar als Ersparnis aufgeführt, die laut GAO-Bericht jedoch nie umgesetzt wurden.

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Auch im Bereich der Immobilienverwaltung weichen die Zahlen deutlich voneinander ab. Das DOGE gab an, durch die Kündigung von Mietverträgen 113 Millionen US-Dollar eingespart zu haben. Die Prüfer stellten jedoch fest, dass 108 der 264 untersuchten Mietverträge bereits vor den Aktivitäten des DOGE in der Abwicklung waren. Die tatsächliche Einsparung wird vom GAO auf lediglich 31,8 Millionen US-Dollar beziffert. In einigen Fällen habe die Behörde zudem Kredit für Leasingverträge beansprucht, die bereits gekündigt waren, oder behauptete Kündigungen angeführt, die in der Realität nicht stattgefunden hatten.

Politische Reaktionen und Forderungen nach Transparenz

In der politischen Debatte stießen die Ergebnisse des GAO auf scharfe Kritik. Die Senatoren Gary Peters und Richard Blumenthal äußerten sich kritisch zu den Methoden der Effizienzbehörde. Peters bezeichnete die Sparbehauptungen als schlampig und täuschend, während Blumenthal von einer irreführenden Darstellung der Fakten sprach.

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Die Kritik richtet sich auch gegen die sogenannte „Wall of Receipts“, eine öffentliche Aufstellung des DOGE, die zuletzt Einsparungen von insgesamt 215 Milliarden US-Dollar behauptete. Das GAO stellte fest, dass allein in dieser Aufstellung 35 Milliarden US-Dollar nicht verifiziert werden konnten. Die Methodik hinter den Berechnungen bleibe weitgehend intransparent; zudem habe das DOGE auf offizielle Anfragen des Rechnungshofes zur Klärung der Daten nicht reagiert.

Angesichts des von Elon Musk formulierten Ziels, die Staatsausgaben um insgesamt 2 Billionen US-Dollar zu kürzen, unterstrichen die Prüfer des GAO die Notwendigkeit für mehr Transparenz. Nur durch eine nachvollziehbare Datenlage ließen sich die tatsächlichen Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf den Bundeshaushalt bestimmen. Die aktuelle Analyse deutet darauf hin, dass die bisherigen Erfolgsmeldungen der Behörde einer wissenschaftlichen und buchhalterischen Überprüfung in weiten Teilen nicht standhalten.

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