Sparkassen-App, Zweitfreigabe

Sparkassen-App 8.2: Neue Zweitfreigabe gegen explodierende Betrugswelle

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 11:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Sparkassen-App erhält ein Update mit Zweitfreigabe und Jugendmodus. Hintergrund sind rasant steigende Betrugszahlen durch Quishing und KI-Deepfakes.

Sparkassen-App Update 8.2: Mehr Sicherheit und neue Funktionen
Nahaufnahme eines Smartphones, das eine Banking-App mit Sicherheitsfunktionen anzeigt, gehalten von Händen in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Version 8.2 bringt vor allem mehr Sicherheit – und ein paar neue Funktionen für die über 20 Millionen Nutzer. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Betrugszahlen steigen rasant.

Zweitfreigabe und Jugendmodus

Das Herzstück des Updates ist eine optionale Zweitfreigabe für Überweisungen. Wer will, kann künftig jede Überweisung von einem zweiten Gerät bestätigen lassen. Dazu kommen eine Hintergrundaktualisierung der Kontodaten und eine verbesserte Umsatzsuche.

Für jüngere Nutzer gibt es einen eigenen Jugendmodus. Die App integriert zudem weitere Funktionen des europäischen Bezahlsystems Wero: Geldanforderungen per Link und die Nutzung von Jumbojis sind jetzt möglich. Auch Kinderdepots lassen sich direkt eröffnen, Privatkredite anzeigen und das Payback-Konto verknüpfen.

Mobile Payment auf dem Vormarsch

Der Zeitpunkt des Updates ist gut gewählt. Laut der Digitalstudie 2026 der Postbank zahlen inzwischen 47 Prozent der Bundesbürger mobil – im Vorjahr waren es erst 35 Prozent. Bei den unter 40-Jährigen liegt die Quote bei 72 Prozent, bei den Älteren bei 36 Prozent.

Doch die Skepsis bleibt: 39 Prozent der Nicht-Nutzer führen Sicherheitsbedenken als Grund an. Kontaktloses Bezahlen mit der Karte ist dagegen mit 87 Prozent längst Standard.

Quishing und SMS-Betrug explodieren

Die Sicherheitsbedenken sind nicht unbegründet. Die Zahl der Betrugsfälle steigt dramatisch. Besonders QR-Code-Phishing – sogenanntes Quishing – legte im ersten Quartal um 146 Prozent zu. Jede neunte Phishing-E-Mail enthält inzwischen einen schädlichen QR-Code. Auch SMS-Betrug verzeichnete ein Plus von 162 Prozent.

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Aktuelle Angriffswellen trafen Kunden der ING, Versicherte der AOK und Nutzer des Elster-Portals. Auch im Namen der easybank kursieren gefälschte Nachrichten, die unter dem Vorwand der PSD2-Sicherheitsrichtlinien Kontodaten abgreifen wollen.

KI-Betrug: Millionenverluste durch Deepfakes

Kriminelle setzen zunehmend auf KI. Mitte Juli verlor ein Tochterunternehmen eines Finanzdienstleisters durch Deepfake-Betrug rund 1,3 Millionen Euro. In den USA bezifferte das FBI den Gesamtschaden durch KI-Betrug im vergangenen Jahr auf rund 820 Millionen Euro.

Ein internationales Netzwerk, das rund 8.000 betrügerische Domains betrieb, konnte kürzlich zerschlagen werden. Der verursachte Schaden: 1,9 Milliarden US-Dollar.

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Wer haftet bei Phishing?

Die Haftungsfrage bleibt ein Streitpunkt. Ein Urteil des belgischen Kassationshofs stärkte Ende Juni die Verbraucherrechte: Banken müssen eine schwerwiegende Pflichtverletzung des Kunden konkret beweisen, um die Haftung abzulehnen. Der deutsche Bundesgerichtshof hatte bereits im Vorjahr klargestellt: Für grobe Fahrlässigkeit muss ein objektiv schwerer und persönlich nicht entschuldbarer Verstoß vorliegen.

EU plant digitale Identität

Langfristig setzt die EU auf die EUDI-Wallet. Bis Ende 2026 müssen die Mitgliedstaaten diese digitale Identität bereitstellen. In Deutschland soll das Open-Source-System Anfang Januar 2027 starten – und Ausweise, Führerscheine sowie Zeugnisse digital bündeln.

Die Privatwirtschaft treibt eigene Lösungen voran: Visa startete eine Plattform für Stablecoins, die Banken die Ausgabe und Verwaltung digitaler US-Dollar ermöglicht.

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