Spam-Anrufe brechen Rekord: 626.555 Fälle im Juni, +19,5%
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 20:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Laut Auswertungen des Dienstleisters Clever Dialer registrierten Nutzer 626.555 Spam-Anrufe – ein Anstieg um 19,5 Prozent gegenüber Mai. Der Spamdruck pro Nutzer stieg um 16,6 Prozent auf durchschnittlich 5,67 Anrufe.
Number Cycling als neue Taktik
Besonders aktiv waren Rufnummernblöcke aus Düsseldorf und Hamburg. Ein Düsseldorfer Block verursachte über 61.500 Anrufe, ein Hamburger mehr als 23.000. Die Täter setzen verstärkt auf Number Cycling: Sie wechseln ständig die ausgehenden Rufnummern, um technische Sperren von Mobilfunkanbietern und Schutz-Apps zu umgehen.
Die Anrufer geben sich als Mitarbeiter von Verbraucherorganisationen, Banken oder Energieversorgern aus. In manchen Fällen nutzen sie KI-gestützte Umfragen oder gefälschte Datenschutz-Hinweise, um persönliche Daten abzugreifen oder Kostenfallen für Gewinnspiele und Abos vorzubereiten.
Wer im Alltag häufig Online-Banking oder Apps wie PayPal nutzt, steht oft im Visier von Datendieben und Betrügern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Smartphone effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt entdecken
Schockanrufe verursachen hohe Schäden
Neben massenhaftem Spam häufen sich Berichte über schwere Betrugsfälle durch Schockanrufe. In Ingolstadt verlor eine 79-Jährige Anfang Juli 100.000 Euro. Ein russisch sprechender Täter behauptete, ihre Tochter habe einen schweren Unfall verursacht und brauche Geld für eine Operation.
In Landstuhl übergab eine Betroffene einen fünfstelligen Bargeldbetrag an eine falsche Polizistin. In Gräfelfing händigte ein über 80-Jähriger Schmuck und Wertsachen in fünfstelliger Höhe aus. Auch aus Kaiserslautern, Pirmasens und Lambsheim meldete die Polizei in den letzten 48 Stunden vermehrt versuchte und erfolgreiche Betrugsdelikte.
In Frankfurt begann am heutigen Mittwoch ein Prozess gegen drei mutmaßliche Bandenmitglieder. Die Angeklagten sollen Senioren durch Schockanrufe um hohe Summen und Sammlermünzen im Wert von bis zu 175.000 Euro gebracht haben.
Ob durch betrügerische Anrufe oder Phishing-Versuche – Kriminelle finden immer neue Wege, um an sensible Zugangsdaten zu gelangen. Ein gratis PDF-Ratgeber enthüllt die aktuellen Methoden der Cyberkriminellen und zeigt, wie Sie sich mit einfachen Schritten vor Ausspähung schützen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Behörden warnen vor neuen Maschen
Die Bundesnetzagentur verzeichnete bereits im vergangenen Jahr 39.842 Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung und verhängte Bußgelder von 1,1 Millionen Euro. Anonyme Werbeanrufe sind laut Telekommunikationsgesetz verboten. Betroffene sollten solche Vorfälle konsequent melden.
Die Verbraucherzentralen warnen aktuell vor Phishing-Mails, die eine angebliche Sommer-Klimabeihilfe der Bundesregierung versprechen. Auch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) informiert über eine welle von Betrugsversuchen. Die Täter setzen KI-generierte Sprachnachrichten und gefälschte Videos ein, die Rentenkürzungen androhen oder zu Dateneingaben für angebliche Nachzahlungen auffordern. Die DRV stellt klar: Persönliche Daten werden niemals telefonisch oder per E-Mail abgefragt.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
