SpaceX plant Börsengang: 2-Billionen-Bewertung ab 4. Juni
31.05.2026 - 17:12:39 | boerse-global.deSpaceX will bis 2028 bis zu eine Million KI-gestützte Satelliten ins All bringen – ein Vorhaben mit einem geschätzten Investitionsvolumen von zwei Billionen Euro.
Orbital-Rechenzentren als Antwort auf die Energiekrise
Die geplante Mega-Konstellation würde die aktuell rund 10.000 Starlink-Satelliten im Orbit bei weitem übertreffen. Um eine Million Einheiten bis 2028 zu erreichen, müsste SpaceX rechnerisch jede Stunde einen Starship-Flug starten. Das Ziel: Orbital-Rechenzentren, die den steigenden Energie- und Kühlungsbedarf decken sollen, der auf der Erde zunehmend an Grenzen stößt.
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Zur Unterstützung dieser Hardware-Offensive gründete SpaceX im März 2026 gemeinsam mit Tesla und xAI das Joint Venture Terafab. Die Fabrik am Giga Texas North Campus in Austin soll jährlich zwischen 100 und 200 Milliarden spezialisierte Chips im 2-Nanometer-Verfahren produzieren. Intel fungiert seit Anfang April 2026 als Fertigungspartner. Rund 80 Prozent der Terafab-Produktion ist für strahlungsgehärtete Chips in SpaceX-Satelliten vorgesehen.
Im Mai 2026 schloss SpaceX zudem eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic. Die als „AI Orbitale" bekannte Kooperation gibt Anthropic Zugang zum Colossus-1-Supercomputer und zielt darauf ab, bis 2028 orbitale KI-Rechenzentren mit Multi-Gigawatt-Kapazitäten zu entwickeln.
Börsengang der Superlative
Parallel zur technischen Expansion treibt SpaceX den Gang an die Börse voran. Das Unternehmen strebt eine Notierung an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX an. Die angestrebte Bewertung liegt zwischen 1,8 und 2 Billionen Euro, wobei bis zu 75 Milliarden Euro eingesammelt werden sollen – es wäre der größte Börsengang der Geschichte. Das Marketing für die Emission soll am 4. Juni 2026 beginnen, die Preisfestsetzung ist für den 11. Juni 2026 geplant.
Die Finanzzahlen zeigen ein ambivalentes Bild: 2025 erzielte SpaceX 18,67 Milliarden Euro Umsatz – ein Plus von 33,2 Prozent zum Vorjahr – bei einem Nettoverlust von 4,94 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 lagen die Einnahmen bei 4,69 Milliarden Euro, der Verlust bei 4,28 Milliarden Euro. Die Investitionsausgaben beliefen sich im ersten Quartal 2026 auf 10,11 Milliarden Euro, wovon 76 Prozent auf Künstliche Intelligenz entfielen.
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Einzig die Starlink-Sparte arbeitet profitabel. Mit 10,3 Millionen Abonnenten generiert sie hohe Margen, allerdings sinkt der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer auf umgerechnet rund 60 Euro.
Milliardenaufträge vom US-Militär
Neben den kommerziellen KI-Ambitionen hat SpaceX umfangreiche neue Regierungsaufträge an Land gezogen. Die US Space Force vergab kürzlich 4,16 Milliarden Euro für das SB-AMTI-Programm – ein Satellitennetzwerk zur Verfolgung von Luftzielen. Das Projekt ist Teil der Golden-Dome-Verteidigungsinitiative und soll bis 2028 einsatzbereit sein.
Ein separater Auftrag über 2,29 Milliarden Euro für ein militärisches Kommunikationsnetzwerk kam in den letzten Tagen hinzu. Insgesamt belaufen sich die Verteidigungsaufträge auf rund 6,45 Milliarden Euro. Darüber hinaus ist SpaceX an der Entwicklung von Prototypen für weltraumgestützte Abfangjäger im Rahmen eines breiteren Verteidigungssoftware-Konsortiums beteiligt.
Technische und wirtschaftliche Herausforderungen
Branchenexperten zeigen sich beeindruckt von der Dimension des Millionen-Satelliten-Plans. Der Raumfahrtexperte Dr. Robert Zubrin bezeichnete das Vorhaben zwar als bemerkenswert, wies jedoch darauf hin, dass die orbitale Infrastruktur kurzfristig wirtschaftlich kaum mit bodengestützten Systemen konkurrieren könne. Analysten von Morgan Stanley rechnen bei den neuen chip-Fertigungsinitiativen frühestens im Zeitraum 2028 bis 2030 mit nennenswerten Produktionsvolumina.
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