SpaceX kauft US-Frequenzen für Starlink-Mobilfunk mit Smartphones
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 00:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat in den USA Frequenzlizenzen gekauft und damit die Grundlage für ein eigenes Mobilfunkangebot unter dem Namen Starlink gelegt.
Direkter Empfang mit Smartphones
Starlink liefert bislang schnelles Internet von Satelliten aus dem All, benötigt dafür aber ein Empfangsgerät mit eigener Antenne und freie Sicht zum Satelliten. Mit den erworbenen Frequenzen könne das Signal auch Wände durchdringen und herkömmliche Smartphones erreichen, erklärte SpaceX.
Mobilfunkaktien unter Druck
An der Börse löste die Nachricht deutliche Kursverluste bei großen US-Mobilfunkanbietern aus. AT&T verlor im nachbörslichen Handel zeitweise rund sieben Prozent, die Aktien der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US und von Verizon gaben jeweils um mehr als sechs Prozent nach.
FCC muss Kombination genehmigen
SpaceX-Chef Elon Musk erklärte, das Unternehmen werde nun die gesamten USA abdecken können. In dem Land gibt es große Gebiete ohne mobiles Internet.
SpaceX benötigt zunächst die Erlaubnis der Telekomaufsicht FCC, um das Satelliteninternet mit einem terrestrischen Netzwerk zu verbinden. Verkäufer des Frequenzspektrums war die Investmentfirma Grain Management; zum Kaufpreis wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Vom Satelliteninternet zum Mobilfunknetz
SpaceX erweitert mit dem Frequenzkauf das Geschäftsmodell von Starlink. Bislang benötigt der Dienst auf der Erde ein spezielles Empfangsgerät mit Antenne und freie Sicht zum Himmel. Ein direkter Empfang auf herkömmlichen Smartphones würde die Nutzung grundsätzlich vereinfachen und könnte insbesondere abgelegene Regionen erreichen, in denen der Ausbau terrestrischer Netze wirtschaftlich schwierig ist.
Wettbewerb und technische Grenzen
Der Schritt berührt zugleich das Kerngeschäft etablierter US-Mobilfunkanbieter. Die Kursverluste von AT&T, T-Mobile US und Verizon zeigen, dass Anleger mit zusätzlichem Wettbewerbsdruck rechnen. Für die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines satellitengestützten Mobilfunkangebots bleiben jedoch Faktoren wie verfügbare Kapazität, Netzabdeckung, Latenz und die Zahl gleichzeitig eingebuchter Geräte entscheidend.
FCC als nächste Hürde
Vor einem regulären Start muss die US-Telekomaufsicht FCC die Kombination aus Satelliten- und terrestrischem Netzwerk genehmigen. Damit geht es nicht nur um die technische Zulassung, sondern auch um die Nutzung des Frequenzspektrums und den Schutz vor Störungen. Für Verbraucher könnte ein Erfolg des Vorhabens langfristig mehr Versorgung in Funklöchern bedeuten; zunächst steht jedoch das regulatorische Verfahren im Mittelpunkt.
