SpaceX-Google-Deal: 28 Milliarden Euro für KI-Rechenkapazität
06.06.2026 - 03:17:29 | boerse-global.de
Der Deal ist gigantisch: SpaceX versorgt Google ab Oktober mit KI-Rechenkapazität – und das für umgerechnet rund 850 Millionen Euro pro Monat.
Der am 5. Juni 2026 veröffentlichte Vertrag läuft über 32 Monate bis Juni 2029. Google sichert sich damit Zugriff auf etwa 110.000 Nvidia-Grafikprozessoren samt zugehöriger Recheninfrastruktur. Das Gesamtvolumen des Abkommens beläuft sich auf schätzungsweise 28 Milliarden Euro.
Brückenlösung für Gemini Enterprise
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Der Deal dient Google als kurzfristige Überbrückung, um die explodierende Nachfrage nach seinem KI-Produkt Gemini Enterprise zu bedienen. Während der KI-Konkurrent Anthropic die volle Leistung des Colossus-1-Rechenzentrums in Memphis nutzt, mietet Google offenbar Kapazitäten aus dem Schwesterprojekt Colossus 2.
Alphabet, Googles Mutterkonzern, hat seine Infrastrukturausgaben massiv erhöht. Für 2026 sind Investitionen von über 165 Milliarden Euro eingeplant. Zudem kündigte der Konzern eine Kapitalerhöhung von mindestens 74 Milliarden Euro an. Parallel dazu baut Google ein eigenes Rechenzentrum für rund 3,7 Milliarden Euro in West Memphis, Arkansas.
Timing vor SpaceX-Börsengang
Die Bekanntgabe des KI-Deals kommt genau eine Woche vor dem geplanten Börsengang von SpaceX am 12. Juni 2026. Das Raumfahrtunternehmen will rund 69 Milliarden Euro einsammeln – bei einer Bewertung zwischen 1,6 und 1,66 Billionen Euro.
Google ist seit 2015 an SpaceX beteiligt. Der damalige Einstieg erfolgte bei einer Bewertung von umgerechnet elf Milliarden Euro. Nach dem Börsengang dürfte Googles Anteil mehr als 92 Milliarden Euro wert sein.
KI-Sparte wächst – aber mit Verlusten
Der Deal unterstreicht den rasanten Ausbau von SpaceX‘ KI-Segment, das durch die Fusion mit xAI im Februar 2026 gestärkt wurde. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete die Sparte zwar 754 Millionen Euro Umsatz, fuhr aber gleichzeitig einen operativen Verlust von 2,3 Milliarden Euro ein. Im gesamten Jahr 2025 stand ein Minus von 5,9 Milliarden Euro bei Erlösen von 2,95 Milliarden Euro zu Buche.
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Lieferfristen und Ausstiegsklauseln
Der Vertrag enthält klare Leistungsvorgaben. Liefert SpaceX die vereinbarten Nvidia-Chips nicht bis zum 30. September 2026, kann Google nach einer einmonatigen Gnadenfrist aussteigen. Die volle Zahlung beginnt im Oktober 2026 – für die Anlaufphase gilt ein reduzierter Satz.
Ab dem 1. Januar 2027 kann jede Seite den Vertrag mit einer Frist von 90 Tagen kündigen. Trotz dieser Ausstiegsklauseln loten beide Unternehmen bereits weitergehende Kooperationen aus – darunter die Entwicklung orbitaler Rechenzentren. Die geistigen Eigentumsrechte an den mit der gemieteten Kapazität erbrachten Arbeiten verbleiben vollständig bei Google.
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