SpaceX erzielt 4,4 Milliarden Dollar Quartalsgewinn
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 23:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSpaceX baut Geschäfte außerhalb der Raketenstarts aus
- Im dritten Quartal stieg der SpaceX-Umsatz auf 14,58 Milliarden Dollar.
- Starlink zählte am 30. September 13,6 Millionen Kunden und war in 3.800 Flugzeugen verfügbar.
- Die Aktie notierte nach dem Börsengang zeitweise über 225 Dollar und fiel später unter den Ausgabepreis.
SpaceX erzielt 4,4 Milliarden Dollar Gewinn
Elon Musks Weltraumfirma SpaceX hat im vergangenen Quartal nach einer langen Durststrecke einen Milliardengewinn erzielt. Auslöser waren vor allem kräftige Zuwächse im Geschäft mit Internet aus dem All sowie mit KI-Rechenzentren.
Umsatz übertrifft Analystenerwartungen
Unterm Strich verbuchte SpaceX schwarze Zahlen von 4,4 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Verlust von gut einer Milliarde Dollar gemacht.
Der Umsatz sprang von rund 5,58 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 14,58 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt eher mit einem Umsatz von 12,7 Milliarden Dollar gerechnet.
Anzeige | trading-house Börsenakademie
Referent: Leo
Kostenlose Trading-Webinare für Privatanleger
Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.
Starlink und KI treiben das Wachstum
Beim Internet aus dem All mit dem Satelliten-Dienst Starlink stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 69 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Zum Stichtag 30. September kam Starlink auf 13,6 Millionen Kunden; inzwischen ist der Dienst unter anderem in 3.800 Flugzeugen verfügbar.
Auch die Ukraine ist darauf angewiesen, um sich im russischen Angriffskrieg zu verteidigen. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs wurde mit knapp 2,37 Milliarden Dollar in etwa verdoppelt.
KI-Geschäft wächst stark
Die KI-Erlöse schossen von 813 Millionen Dollar vor einem Jahr auf 7,56 Milliarden Dollar im vergangenen Quartal hoch. Musks KI-Firma SpaceXSI baute große Rechenzentren auf, die inzwischen zum Teil für Milliarden-Zahlungen an KI-Rivalen wie Anthropic vermietet werden.
Die KI-Sparte warf einen operativen Gewinn von 431 Millionen Dollar ab. Ein Jahr zuvor hatte sie noch rote Zahlen von 1,7 Milliarden Dollar geschrieben.
Raketenstarts legen moderat zu
Der Umsatz im Geschäft mit Raketenstarts legte im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 1,77 Milliarden Dollar zu. Damit wuchs dieses Geschäft deutlich langsamer als Starlink und die KI-Sparte.
SpaceX-Aktie schwankt nach Börsengang
SpaceX war Mitte Juni mit einem Rekorderlös von 75 Milliarden Dollar an die Börse gegangen. Mit dem Ausgabepreis von 135 Dollar gab sich Musks Unternehmen zum Debüt eine Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar.
In den ersten Wochen nach dem Börsengang stieg der Kurs bis auf gut 225 Dollar. Danach war die Aktie zwischenzeitlich unter den Ausgabepreis gerutscht. In einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel legte der Kurs um 1,5 Prozent auf rund 150 Dollar zu.
Starship bleibt großes Investitionsprojekt
SpaceX ist in den vergangenen Jahren unverzichtbar für das US-Raumfahrtprogramm geworden. Aktuell investiert die Firma in großem Stil in die große Rakete Starship, die es deutlich günstiger machen soll, Nutzlast ins All zu bringen.
Der Quartalsgewinn markiert für SpaceX einen deutlichen Wandel im Geschäftsprofil. Das Unternehmen erzielt inzwischen nicht mehr nur Einnahmen mit Raketenstarts, sondern stützt sich zunehmend auf wiederkehrende Erlöse aus Starlink und auf das stark wachsende Geschäft mit Rechenkapazitäten für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz.
Besonders auffällig ist die Größenordnung der KI-Erlöse. Sie übertreffen den Umsatz aus Raketenstarts inzwischen deutlich. Damit verschiebt sich das Gewicht innerhalb des Konzerns: Raumfahrt bleibt das sichtbare Kerngeschäft, die Finanzkraft entsteht jedoch zunehmend in Bereichen, die mit Cloud-Infrastruktur, Datenverarbeitung und digitalen Diensten verbunden sind.
Starlink wird zum stabilen Umsatzträger
Starlink liefert mit Millionen Kunden und Anwendungen in Flugzeugen ein internationales Abonnementgeschäft. Die Nutzung des Dienstes durch die Ukraine zeigt zugleich seine strategische Bedeutung über den zivilen Markt hinaus. Änderungen bei Zugangsbedingungen oder Kapazitäten könnten deshalb nicht nur Kunden, sondern auch sicherheits- und außenpolitische Interessen berühren.
Für Anleger steht neben dem Gewinn die hohe Bewertung im Mittelpunkt. Der Börsengang und die anschließenden Kursschwankungen spiegeln die Erwartung wider, dass SpaceX künftig stark vom KI-Geschäft profitieren kann. Entscheidend wird sein, ob die hohen Investitionen in Rechenzentren, Starship und Satelliten dauerhaft ausreichend Cashflow erzeugen und ob das Wachstum der KI-Erlöse anhält.

