SpaceX, Colossus

SpaceX Colossus 2: 440.000 Chips für KI-Computing-Boom

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SpaceX vermietet KI-Rechenleistung an Google und Anthropic und erzielt damit Umsätze von über 25 Milliarden Euro jährlich.

SpaceX: KI-Rechenzentren als neues Milliarden-Geschäft
Modernes, hell erleuchtetes Rechenzentrum mit Reihen schlanker, leuchtender Server-Racks und modernster Supercomputer-Ausrüstung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Raumfahrtkonzern vermietet massiv Rechenleistung und mischt den Markt für KI-Supercomputer auf.

SpaceX erweitert sein Geschäftsmodell radikal. Der Konzern von Elon Musk dringt ins Geschäft mit künstlicher Intelligenz vor und vermietet ungenutzte Kapazitäten seines Rechenzentrums-Komplexes "Colossus" an Tech-Konzerne und Regierungsbehörden. Das Unternehmen positioniert sich damit als zentraler Anbieter von KI-Infrastruktur – weit über Raketen und Satelliten hinaus.

Milliarden-Deals mit Google und Anthropic

Die Strategie trägt Früchte. Branchenberichten zufolge hat SpaceX mehrere lukrative Leasingverträge abgeschlossen, die den Jahresumsatz drastisch steigern könnten. Der KI-Entwickler Anthropic soll für Kapazitäten im Colossus-1-Komplex rund 1,15 Milliarden Euro pro Monat zahlen. Ein ähnlicher Vertrag mit Google soll zwischen 850 Millionen und 920 Millionen Euro monatlich einbringen – die Dienste starten voraussichtlich im Oktober 2026.

Auch das Pentagon zeigt Interesse. SpaceX befindet sich in ersten Verhandlungen mit dem US-Verteidigungsministerium über KI-Cloud-Kapazitäten. Der potenzielle Deal wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

Zusammen mit einer Partnerschaft mit Reflection AI kommt SpaceX bereits auf eine annualisierte Umsatzrate von rund 25,6 Milliarden Euro allein aus KI-Computing. Analysten erwarten, dass diese Zahl bis Ende 2026 auf über 75 Milliarden Euro steigen könnte – sobald weitere Kapazitäten ans Netz gehen.

Colossus 2: 440.000 Chips und zwei Gigawatt Leistung

Das Herzstück der Expansion ist das Colossus 2-Rechenzentrum. Es nähert sich einer Leistungsaufnahme von zwei Gigawatt – genug, um eine Kleinstadt zu versorgen. Rund 440.000 Spezialchips sollen dort arbeiten: 330.000 Nvidia B300-Einheiten und 110.000 B200-Prozessoren.

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Um diese Supercomputer mit Strom zu versorgen, setzt Elon Musk auf Tempo. Bereits Anfang des Jahres übernahm SpaceX für rund 920 Millionen Euro den Turbinen-Spezialisten APR Energy. Die mobilen Gas- und Dieselturbinen liefern über ein Gigawatt Leistung und sind innerhalb von 15 bis 30 Tagen einsatzbereit.

Doch die Strategie hat Schattenseiten. In Tennessee und Mississippi gibt es Umweltklagen gegen den Betrieb Dutzender Turbinen, die das Grok-KI-Modell trainieren. Trotz der Widerstände hat SpaceX weitere 2,6 Milliarden Euro für Gasturbinen eingeplant, um die Colossus-Anlage dauerhaft mit Strom zu versorgen.

Börsenkurs unter Druck – Analysten bleiben optimistisch

Seit dem Börsengang am 12. Juni 2026 schwankt die SpaceX-Aktie (SPCX) deutlich. Der Kurs liegt aktuell bei rund 114 Euro – ein Minus von etwa 40 Prozent zum Ausgabepreis. Die Analysten von Wall Street bleiben jedoch zuversichtlich: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 216 Euro.

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Beobachter sehen SpaceX zunehmend als KI-Infrastruktur-Unternehmen und weniger als klassischen Raumfahrtkonzern. Die Quartalszahlen am 6. August 2026 werden erstmals offizielle Daten liefern, wie stark das KI-Computing-Geschäft die Bilanz beeinflusst.

Parallel dazu steht die nächste Generation des Grok-KI-Modells vor dem Abschluss des Trainings. Mit zwei Billionen Parametern soll es Ende Juli fertig sein – der öffentliche Start ist für September 2026 geplant. Die enge Verzahnung von Hardware und Software soll die Rechengeschwindigkeit optimieren und die Betriebskosten im Vergleich zur Konkurrenz senken.

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