SpaceX baut Gießerei in Texas: Gasturbinen 18 Monate schneller
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 23:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Um den massiv steigenden Strombedarf für künstliche Intelligenz und industrielle Automatisierung zu decken, hat SpaceX mit dem Bau einer spezialisierten Gießerei in Bastrop im US-Bundesstaat Texas begonnen.
Die Anlage soll zentrale Komponenten für Gasturbinen, insbesondere Turbinenschaufeln und Leitschaufeln, in Eigenregie fertigen. Mit diesem Schritt der vertikalen Integration reagiert das Unternehmen auf die weltweiten Lieferengpässe bei Energieerzeugungsanlagen und strebt eine deutliche Beschleunigung der eigenen Energieprojekte an.
Vertikale Integration gegen globale Lieferengpässe
Der Markt für Gasturbinen ist derzeit von extremen Kapazitätsengpässen geprägt. Branchenanalysen zufolge beherrschen weltweit nur drei bis vier Gießereien die hochkomplexe Fertigung von heiß laufenden Turbinenschaufeln.
Führende Hersteller wie GE Vernova sind bereits bis zum Jahr 2030 ausverkauft, wobei die Auftragsbestände teilweise bis in das Jahr 2031 reichen. Durch die Inhouse-Fertigung dieser kritischen Bauteile will SpaceX die Abhängigkeit von externen Zulieferern reduzieren.
Elon Musk bestätigte in diesem Zusammenhang, dass die Eigenproduktion von Schaufeln und Leitschaufeln die Inbetriebnahme von Gasturbinen um bis zu 18 Monate verkürzen kann. Diese Zeitersparnis gilt als entscheidend, um die nötige Infrastruktur für KI-Rechenzentren zeitnah bereitzustellen.
SpaceX hat für das Projekt in Bastrop bereits rund 830 Acres Land erworben und schreibt derzeit Stellen für Material-, Automatisierungs- und Betriebsingenieure für die „Blades and Vanes Foundry“ aus.
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Investitionen in Milliardenhöhe und mobile Stromversorgung
Die finanzielle Dimension der Energieoffensive von SpaceX ist beachtlich. Das Unternehmen hat bereits über 2,8 Mrd. US-Dollar für Gasturbinen ausgegeben. Darunter fällt auch die Übernahme von APR Energy für rund 1 Mrd. US-Dollar. Weitere 2 Mrd. US-Dollar wurden in mobile Turbinen investiert, ergänzt durch Ausgaben in Höhe von 805 Mio. US-Dollar für zusätzliche Anlagen.
Derzeit betreibt SpaceX bereits mehr als 46 mobile Turbinen, die eine Leistung von über 500 MW erbringen. Bis Ende 2027 verfolgt das Unternehmen das Ziel, eine Kapazität von 3 bis 4 GW abzusichern. Zwar bauen SpaceX und Tesla gemeinsam eine jährlich Solarproduktion von 100 GW auf, doch bleibt der Einsatz von Erdgas zur Gewährleistung der Grundlastfähigkeit vorerst unverzichtbar.
Technologische Synergien und das Großprojekt Terafab
Die neue Gießerei in Texas könnte über die Stromerzeugung hinaus strategische Vorteile bieten. Marktbeobachter wie Morgan Stanley analysierten, dass die Anlage künftig auch Komponenten für die Raptor-Turbopumpen von SpaceX zuliefern könnte.
Die technische Herausforderung ist dabei enorm, da die Bauteile Temperaturen von über 3.000 Grad Fahrenheit standhalten müssen. Neben der technischen Komplexität stellen regulatorische Anforderungen und Umweltprüfungen weitere Risiken für den Zeitplan dar.
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Parallel zu den Aktivitäten in Bastrop treibt SpaceX das sogenannte Terafab-Projekt in Texas voran. Die erste Phase dieses Vorhabens ist mit 16,8 Mrd. US-Dollar veranschlagt, wobei das Gesamtvolumen auf bis zu 119 Mrd. US-Dollar ansteigen könnte. Auf einer Fläche von 100 Millionen Quadratfuß soll eine Infrastruktur mit eigener Stromversorgung entstehen.
Während SpaceX in Texas expandiert, steht das verbundene Unternehmen xAI in Memphis vor Herausforderungen. Dort betreibt xAI bereits 69 temporäre Turbinen und plant eine 1,2-GW-Anlage. Berichten zufolge werden die Turbinen in Memphis jedoch ohne die erforderlichen Genehmigungen betrieben, was bereits zu einer Klage durch die Bürgerrechtsorganisation NAACP geführt hat.
