Sozialreform: DGB fordert Rente mit 63 und Vermögenssteuer
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Deutsche Gewerkschaftsbund formiert Widerstand gegen die renten- und sozialpolitischen Pläne der Bundesregierung. DGB-Chefin Yasmin Fahimi kündigte bundesweite Protestaktionen an und rief für den 26. September zu Demonstrationen auf.
Die Kritik des Gewerkschaftsdachverbands richtet sich gegen befürchtete Verschlechterungen in den Kernbereichen Arbeit, Rente und Gesundheit. Fahimi warf den Regierungsparteien in diesem Zusammenhang eine grundlegend falsche Ausrichtung vor.
Die für den 26. September angesetzten Kundgebungen sollen in 15 Großstädten stattfinden, darunter in Berlin, Leipzig, Hannover, Frankfurt am Main und Stuttgart. Der Protestaufruf markiert den Auftakt zu einer breiteren gewerkschaftlichen Mobilisierung, nachdem zuvor bereits Sozialverbände gegen die Reformvorhaben auf die Straße gegangen waren.
Gewerkschaftliche Forderungen zur Rente und Steuerentlastungen
Inhaltlich fordert der DGB deutliche Nachbesserungen am geplanten Gesetzespaket. Am 17. September 2026 verlangte Fahimi substanzielle Korrekturen an der Rentenreform. Konkret drängt der Verband auf den Erhalt der Rente mit 63 sowie auf eine Erhöhung der Mütterrente. Zudem müssten die Bundeszuschüsse zur gesetzlichen Rentenversicherung angehoben werden.
Zur Finanzierung dieser Mehrausgaben schlägt die DGB-Vorsitzende steuerpolitische Maßnahmen vor. Höhere Steuern für Gutverdienende, Vermögende und Erben sowie eine zusätzliche Vermögensabgabe könnten die notwendigen Mittel generieren, um die Rentenkassen zu stabilisieren. Ergänzend forderte Fahimi eine spürbare Entlastung der Beschäftigten durch eine Absenkung der Strom- und Mineralölsteuer.
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Neben den rein sozialpolitischen Punkten äußerte sich die DGB-Chefin auch zur politischen Gesamtlage. Fahimi warnte vor einer Regierungsbeteiligung der AfD und bezeichnete die Partei als rechtsextrem bis faschistisch. Ein von Teilen der Partei diskutierter Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union würde nach ihrer Einschätzung Hunderte Betriebe gefährden und Tausende Industriearbeitsplätze im Land kosten.
Breite Front gegen Kürzungen im Sozialsystem
Die Bundesregierung begründet ihr Reformpaket mit dem fortschreitenden demografischen Wandel sowie der angespannten Finanzlage der Sozialkassen. Dennoch wächst der gesellschaftliche Gegenwind. Neben den Gewerkschaften schlagen auch Sozialverbände Alarm.
So organisierte der VdK Bayern eine Großdemonstration auf dem Königsplatz in München, um gegen die Einschnitte in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Rente zu protestieren. Nach Angaben der Polizei versammelten sich rund 2.800 Teilnehmer zu der Kundgebung in der bayerischen Landeshauptstadt. Der Verband erhob schwere Vorwürfe gegen die Regierungspläne und sprach von einem Abbau des Sozialstaats sowie von einem Renten-Klau.
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Konkret kritisierte der VdK Bayern Überlegungen zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Ebenfalls auf deutliche Ablehnung stießen die diskutierte Einführung einer Attestpflicht bereits ab dem ersten Krankheitstag sowie das geplante Ende der telefonischen Krankschreibung. Mit den angekündigten DGB-Aktionen dürfte sich der Konflikt zwischen Arbeitnehmervertretern und Bundespolitik Ende September weiter zuspitzen.
