Soziale Medien: Studie mit 100.000 Schülern zeigt optimale Nutzungsdauer
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Fachleute schlagen Alarm: Immer mehr irreführende Gesundheits- und Ernährungstipps verbreiten sich auf TikTok, Instagram und Facebook. Die Folgen sind gefährlich – für Körper und Psyche.
Medizinische Risiken durch extreme Diäten
Dr. Le Thi Huong Giang vom Krankenhaus 19-8 warnt vor ungeprüften Nährwertangaben im Netz. Sie beobachtet, wie Nutzer zu falschen Gesundheitsentscheidungen verleitet werden. Besonders extreme Diäten – etwa einseitige Ernährung mit Hühnerbrust – sind demnach weit verbreitet. Auch überzogene Erwartungen an sogenannte funktionelle Lebensmittel führen zu Mangelerscheinungen.
Die deutschen Bundesländer fordern deshalb eine bessere Sichtbarkeit für Qualitätsmedien in sozialen Netzwerken. Ein sogenannter Public-Value-Status soll journalistische Inhalte kennzeichnen. Ziel: Demokratie und Gesundheit vor Desinformation schützen.
Psychologische Folgen bei Jugendlichen
Neben körperlichen Schäden rücken die psychologischen Auswirkungen in den Fokus. Dr. Isabel Brandhorst vom Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) warnt vor riskanter Nutzung in den Ferien. Besonders passive, lang andauernde und nächtliche Nutzung hängt mit depressiven Symptomen zusammen. Auch Schlafprobleme und Körperunzufriedenheit sind die Folge.
Entscheidend ist offenbar das Maß der Nutzung. Eine australische Studie mit über 100.000 Schülern zeigt: Sowohl exzessive Nutzung als auch vollständige Abstinenz können problematisch sein. Bei älteren Schülern war eine moderate Nutzung von bis zu 12,5 Stunden pro Woche am günstigsten. Mädchen reagieren besonders anfällig auf intensive Nutzung.
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EU plant strengere Regeln für Plattformen
Die Politik reagiert. Die EU-Kommission unter Präsidentin von der Leyen bereitet strengere Regeln für soziale Netzwerke vor. Eine Expertengruppe um Jörg Fegert und Maria Melchior übergab Mitte Juli entsprechende Empfehlungen. Das vorgeschlagene Stufenmodell sieht vor:
- Keine Bildschirmzeit für Kinder unter drei Jahren
- Soziale Medien nur unter Aufsicht für Kinder unter 13 Jahren (Modell „Social Media Plus")
- Altersgerechte Gestaltung müssen Plattformen für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren nachweisen
Ein Gesetzesvorschlag der EU wird für September 2026 erwartet. Hintergrund: Laufende Verfahren gegen TikTok und Meta wegen mutmaßlich süchtig machender Funktionen.
Sachliche Aufklärung als Gegenpol
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veröffentlichte Mitte Juli eine Stellungnahme zu Cadmium in Lebensmitteln. Getreideprodukte machen 40 bis 50 Prozent der täglichen Aufnahme aus. Höchste Konzentrationen finden sich in Steinpilzen, Kakaopulver und Innereien. Das BfR empfiehlt eine abwechslungsreiche Ernährung – besonders bei Kindern, die den Grenzwert von 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht in bestimmten Altersgruppen bereits erreichen.
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Die Lage zeigt: Schutz vor Ernährungs-Desinformation braucht drei Komponenten. Individuelle Medienkompetenz, fachliche Aufklärung durch Institutionen und strengere Regeln für Plattformbetreiber.
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