Sommerhitze: Schlaganfallrisiko steigt um sieben Prozent
08.06.2026 - 22:03:52 | boerse-global.de
Besonders die Venen haben im Sommer zu kämpfen. Die Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) warnt vor geschwollenen Beinen – medizinisch als Hitzeödem bekannt.
Warum die Hitze den Kreislauf stresst
Hohe Temperaturen weiten die Blutgefäße. Der Körper versucht so, Wärme über die Haut abzugeben. Die Folge: Das Blut fließt langsamer, die Gefäßwände werden durchlässiger. Flüssigkeit tritt ins umliegende Gewebe aus – die Beine schwellen an.
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Schon ein Grad mehr Umgebungstemperatur kann die Sterblichkeit durch Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen. Der Grund: Dehydration macht das Blut dickflüssiger, begünstigt Gerinnsel. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums zeigt zudem: Heiße Nächte steigern das Schlaganfallrisiko um sieben Prozent.
Kühlen, hochlegen, bewegen
Die DGG empfiehlt eine einfache Kombination gegen Sommerbeine. Kaltes Wasser vom Fuß Richtung Herz gießen – das unterstützt den venösen Rückfluss. Hochlagern der Beine hilft ebenfalls.
Für Patienten mit Venenleiden bleiben Kompressionsstrümpfe auch im Sommer essenziell. Es gibt spezielle Sommermodelle. Wer die Kühlung verstärken will, befeuchtet die Strümpfe vorsichtig oder lagert sie kurz im Kühlschrank. Moderate Bewegung wie Spaziergänge oder Fersen-Wippen aktiviert die Wadenmuskelpumpe.
„Kühlung und Bewegung sind hochwirksam“, sagt Siamak Pourhassan von der DGG.
Wann es gefährlich wird
Neben lokalen Schwellungen drohen systemische Risiken. Besonders ältere Menschen und Frauen sind gefährdet. Diabetiker sollten auf Barfußlaufen verzichten: Neuropathien und pAVK führen dazu, dass Verletzungen zu spät bemerkt werden. Die Wundheilung ist bei Hitze erschwert.
Diese Warnsignale erfordern sofortige notärztliche Abklärung:
- Einseitige Schwellungen (Thrombose-Verdacht)
- Akute Atemnot oder Brustschmerzen
- Anhaltendes Herzrasen
Dauerhafte oder ungewöhnlich starke Schwellungen gehören grundsätzlich zum Arzt. Dahinter können Herz- oder Nierenerkrankungen stecken.
Hitze am Arbeitsplatz: Die unterschätzte Gefahr
Zum Hitzeaktionstag am 11. Juni mahnt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zu mehr Schutz am Arbeitsplatz. Symptome einer Hitzeerschöpfung wie feucht-kalte Haut, hoher Puls und Muskelkrämpfe sind ernste Vorboten eines Hitzeschlags. Als Sofortmaßnahme empfiehlt die DGUV: kühlen und elektrolythaltige Getränke in Zimmertemperatur zuführen.
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Aktuelle Daten der AOK zeigen einen kuriosen Nebeneffekt: Die Zahl der Juckreiz-Meldungen stieg in der 23. Kalenderwoche um über 80 Prozent. Mediziner führen das auf Kälteurtikaria zurück – ausgelöst durch den abrupten Wechsel zwischen Hitze und Klimaanlagen oder kaltem Wasser.
Ein simpler Trick fürs Herz
Eine Studie der Universität Hongkong (2021–2024) liefert eine ermutigende Nachricht: Bereits 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche – etwa zügige Spaziergänge – reduzieren Bauchfett genauso effektiv wie mehrere kurze Einheiten. Das stärkt langfristig die Gefäßgesundheit.
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