Sommerernährung: Gurken und Wassermelonen kühlen von innen
20.06.2026 - 07:34:34 | boerse-global.de
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) setzt dabei auf die thermische Wirkung von Lebensmitteln – und erlebt gerade einen regelrechten Boom.
Wasserreiche Lebensmittel als natürliche Klimaanlage
Lebensmittel mit hohem Wassergehalt stehen im Zentrum der TCM-Sommerernährung. Gurken (97 Prozent Wasser) und Wassermelonen (95 Prozent Wasser) gelten als besonders effektiv, um Hitze auszuleiten und den Flüssigkeitshaushalt zu stützen.
Ergänzend ordnen Experten Joghurt, Minze und Tofu als thermisch kalte oder kühle Nahrungsmittel ein. Fettreiches Fleisch, Alkohol und sehr heiße Getränke belasten den Körper dagegen zusätzlich – und sollten im Sommer besser gemieden werden.
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Das gestiegene Interesse an diesen Konzepten zeigt sich auch in Suchanfragen: Warmes Frühstück (Congee) und spezifische Gemüsesuppen sind aktuell besonders gefragt. Sie entlasten trotz ihrer Temperatur die Verdauung.
Rezepturen für Milz und Magen
Die Unterstützung der Funktionskreise Milz und Magen steht in der TCM-Sommerernährung im Fokus. Ein aktuelles Rezept kombiniert 100 Gramm Hirse mit Ingwer und Gojibeeren. Gedämpfte Perillablätter und geröstete Hirse sollen die „Mitte“ stärken und negative Auswirkungen von Feuchtigkeit und Hitze minimieren.
Auch traditionelle Gerichte zum Drachenbootfest folgen diesen Prinzipien. Der Reiskuchen „Bánh tro“ besteht aus Klebreis, der in alkalischem Aschewasser aus Reisstroh oder Grapefruitschalen eingeweicht wird. Fachleute betonen seine kühlende und entgiftende Wirkung – er neutralisiert zudem Säuren im Körper.
Vorsicht bei Klebreis: Spezielle Empfehlungen für Senioren
Nicht jeder verträgt die traditionellen Sommerspeisen. Der Endokrinologe Zhu Rui von der Tsinghua-Universität warnt: Klebreisklöße (Zongzi) können den Magen stark belasten. Senioren und Menschen mit Stoffwechselerkrankungen sollten sie nur maßvoll konsumieren und Stress während der Mahlzeiten vermeiden.
Die Ernährungsberaterin Cai Peijia vom Taichung Veterans General Hospital Puli empfiehlt Diabetikern eine spezifische Verzehrfolge: zuerst Gemüse, dann Fleisch, erst zuletzt den kohlenhydratreichen Klebreiskloß. Das stabilisiert den Blutzuckerverlauf.
Wer seinen Blutzucker auf natürliche Weise unterstützen möchte, kann dies mit speziellen Alltagsübungen tun. Der Diabetes-Experte Dr. Limpinsel zeigt in seinem E-Book 7 einfache 3-Minuten-Übungen mit Sofortwirkung. Gratis-Ratgeber für stabilere Blutzuckerwerte sichern
Eine gesunde Alternative bietet das „Jade-Matcha-Sojamilch-Eis“ der Tzu Chi Klinik in Hualien. Es basiert auf Vollkorn-Sojamilch und Matcha-Pulver – pflanzliche Proteine und Antioxidantien ohne übermäßigen Zucker.
Low-GI-Varianten: Tradition trifft Moderne
Ein Krankenhaus in Taoyuan präsentierte kürzlich sogenannte „Low-GI-Geleeklöße“. Sie bestehen aus Agar-Agar und kalorienfreien Süßstoffen. Mit nur 25 bis 30 Kilokalorien pro 100 Gramm sind sie eine kalorienreduzierte Variante der traditionellen Festtagsgerichte. Frische Früchte wie Mango und Melone runden das funktionale Ernährungskonzept ab.
Neue Fachliteratur zur humoralmedizinischen Pflanzenheilkunde
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit traditionellen Ernährungskonzepten gewinnt an Fahrt. Am 18. Juni wurde das Fachbuch „Rezepte und Rezeptierschule für die humoralmedizinische Pflanzenheilkunde der TEM/TEN“ von Sarah Föhn und Paul Hänni angekündigt. Das Werk widmet sich der systematischen Rezepturerstellung in der Traditionellen Europäischen Medizin, die methodische Parallelen zur TCM aufweist. Die offizielle Vorstellung ist für den 27. Juni in St. Gallen geplant.
