Solidigm-IPO, Rückzug

Solidigm-IPO gestoppt: Was der Rückzug für Boston Dynamics bedeuten könnte

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 11:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Marktschwankungen und regulatorische Bedenken veranlassen SK Hynix, die Finanzierung und US-Notierung von Solidigm neu zu bewerten.
Moderne Reinraum-Fertigungshalle für Halbleiter mit hochpräzisen Produktionsmaschinen in industrieller Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der südkoreanische Halbleiterkonzern SK Hynix hat die Überlegungen für eine Pre-IPO-Finanzierung sowie einen US-Börsengang seiner NAND-Flash-Tochter Solidigm vorerst ausgesetzt. Das Unternehmen begründete den Schritt mit der aktuellen Marktvolatilität und der jüngsten Korrektur bei Halbleiteraktien. Die Entscheidung erfolgte per Ad-hoc-Mitteilung genau 79 Tage nach dem ersten Bekanntwerden der Pläne am 5. August 2026.

Am 23. Oktober 2026 erklärte SK Hynix, dass sich an den prinzipiellen Wachstumsaussichten oder dem Investitionsbedarf nichts geändert habe. Es solle jedoch neu bewertet werden, ob ein Börsengang unter den vorherrschenden Marktbedingungen die beste Option für SK Hynix und die bestehenden Aktionäre darstelle.

Regulierungsbedenken und Richtlinien zu Doppellistungen

Neben dem Marktumfeld trugen auch Bedenken südkoreanischer Regulierungsbehörden zum Stopp bei. Diese befürchteten eine mögliche Benachteiligung von Aktionärsinteressen und verwiesen auf verschärfte Bestimmungen gegen Doppellistungen.

Im Rahmen einer parlamentarischen Anhörung im Oktober 2026 hatten FSC-Chef Lee Eog-weon sowie FSS-Chef Lee Chan-jin dargelegt, dass das geplante US-Listing von Solidigm unter die entsprechenden Richtlinien falle.

Auch nach Einschätzung von Park Se-yeon von Hanwha Investment & Securities vom 22. Oktober 2026 beabsichtigen die Aufsichtsbehörden, diese Regularien auf Börsengänge im Ausland anzuwenden.

Demgegenüber äußerte sich Analyst Masahiro Wakasugi von Bloomberg Intelligence kritisch über ein zu strenges Verbot. Seiner Ansicht nach hätten die erhofften Mittel aus dem Börsengang Kapazitäten für Enterprise-SSDs und Forschung finanzieren können.

Geplantes Volumen und operative Entwicklung

Brancheninsidern zufolge hätte der Börsengang rund 15 Milliarden US-Dollar einbringen und Solidigm mit insgesamt 150 Milliarden US-Dollar bewerten können. SK Hynix hatte beabsichtigt, den Erlös für eine neue Produktionsstätte in den USA sowie für Aktienrückkäufe und die Annullierung von Anteilsscheinen zu verwenden.

Solidigm war 2021 aus der Übernahme des NAND- und SSD-Geschäfts von Intel für 8,844 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 11,7 Billionen Won im Jahr 2020 hervorgegangen und unterhält unter anderem ein Werk im chinesischen Dalian.

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Im ersten Halbjahr 2026 wies Solidigm einen Umsatz von 12,25 Billionen Won aus, was umgerechnet 9,2 Milliarden US-Dollar entspricht und das 3,7-Fache des Vorjahreswerts darstellt. Der Nettogewinn stieg auf das 44,2-Fache und erreichte 5,84 Billionen Won.

Der Halbjahresgewinn von exakt 5,8396 Billionen Won entsprach rund 4,3 Prozent des Konzernnettoergebnisses von SK Hynix, während Solidigm Schätzungen zufolge rund 12,9 Prozent des gesamten SK-Hynix-Unternehmenswerts ausmacht.

Reaktionen am Kapitalmarkt und Auswirkungen auf weitere Konzerne

An den Börsen gerieten Halbleiterwerte zuletzt unter Druck: Die Aktie von SK Hynix verlor innerhalb eines Monats rund 35 Prozent von 1,86 Millionen Won am 23. September auf 1,22 Millionen Won an einem Donnerstag, während die Papiere von SanDisk etwa 40 Prozent unter ihrem Juni-Hoch notierten.

Am darauffolgenden Freitag zeigte sich der Kurs von SK Hynix mit einem zeitweisen Plus von 2,62 Prozent auf 1,26 Millionen Won beziehungsweise bis zu 3,52 Prozent auf 1.266.000 Won hingegen stabiler als der KOSPI, der 1,4 Prozent verlor.

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Analyst Kim Sun-woo von Meritz Securities interpretierte den Stopp als Priorisierung des Aktionärswerts vor reinen Wachstubs-zielen und stellte konkretere Rückvergütungsmaßnahmen für den SK-Hynix-Earnings-Call am 28. Oktober 2026 in Aussicht. Das erwartete Kurs-Buchwert-Verhältnis für 2027 lag laut Meritz bei 1,10; ein zuvor angekündigtes Aktienrückkaufprogramm über 40 Billionen Won war am 21. Oktober 2026 abgeschlossen worden.

Marktbeobachter erwarten nun Rückwirkungen auf Auslands-IPOs anderer südkoreanischer Unternehmensgruppen. So prüft die Hyundai Motor Group ein mögliches NASDAQ-Listing des Robotikunternehmens Boston Dynamics, an dem die Beteiligungsgesellschaft HMG Global – gehalten von Hyundai Motor, Kia und Hyundai Mobis – 56,4 Prozent besitzt.

Zudem strebt die LG-Electronics-Tochter Bear Robotics eine Pre-IPO-Runde an, während HyAxiom von Doosan und die indische CJ-Logistics-Tochter Daslo Logistics ebenfalls als Kandidaten für Auslandsbörsengänge gelten.

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