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SolarWinds Web Help Desk: Kritischer Patch gegen Authentifizierungs-Bypass

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SolarWinds behebt mit WHD 2026.2.1 eine kritische SAML-Schwachstelle (CVE-2026-28323, CVSS 9.8), die unautorisierten Zugriff ermöglicht. Administratoren sollten umgehend aktualisieren.

SolarWinds Web Help Desk: Kritische Sicherheitslücke erfordert sofortiges Update
Hochtechnologie-Serverrack mit leuchtenden Kabeln, die Cybersicherheit und Infrastrukturschutz symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein kritischer Fehler in der Authentifizierung von SolarWinds Web Help Desk gefährdet Unternehmen weltweit. Angreifer können ohne Passwort volle Kontrolle über Helpdesk-Systeme erlangen. Der Hersteller hat nun einen Notfall-Patch veröffentlicht.

Der IT-Dienstleister SolarWinds hat am 31. Juli 2026 eine dringende Sicherheitsaktualisierung für seine Software Web Help Desk (WHD) bereitgestellt. Die neue Version 2026.2.1 schließt eine Schwachstelle, über die Angreifer die SAML-2.0-Authentifizierung umgehen können – ein Standard, der für Single-Sign-On-Dienste (SSO) in Unternehmen weit verbreitet ist. Betroffen sind sensible Ticketing-Daten und administrative Kontrollfunktionen.

Kritische Schwachstelle in der SAML-Implementierung

Die Hauptverwundbarkeit mit der Kennung CVE-2026-28323 erreicht einen CVSS-Score von 9,8 – die höchste Bedrohungsstufe. Sicherheitsforscher beschreiben das Problem als Schwäche in der Verarbeitung von SAML-2.0-Antworten. Ein Angreifer ohne gültige Anmeldedaten kann manipulierte SAML-Antworten einschleusen und sich so vollständigen Zugriff auf das System verschaffen.

Entdeckt wurde die Lücke vom Sicherheitsforscher Dhabaleshwar Das. Er warnt, dass Angreifer über die Schwachstelle interne Daten einsehen, Konfigurationen verändern und die Verfügbarkeit von Helpdesk-Diensten beeinträchtigen können. Eine Sicherheitswarnung auf GitHub ist seit dem 30. Juli 2026 aktiv. Bislang sind keine aktiven Angriffe in freier Wildbahn bekannt.

Weitere Sicherheitskorrekturen im Update

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Die neue Version behebt zusätzliche Sicherheitsprobleme und bringt technische Neuerungen mit sich:

  • Denial-of-Service (DoS): Die Schwachstelle CVE-2026-28299 mit einem CVSS-Score von 8,2 ermöglichte Angreifern, den Server zum Absturz zu bringen.
  • Drittanbieter-Komponenten: Das Update aktualisiert pgAdmin4 und behebt dabei sowohl kritische als auch hochriskante Schwachstellen.
  • Infrastruktur-Änderungen: SolarWinds hat die REST-API und Servlet-Authentifizierung entfernt. Zudem ersetzt die Microsoft Graph API die bisherigen Exchange Web Services (EWS).
  • Plattform-Support: Die Unterstützung für CentOS 6 und 7 wurde eingestellt. macOS-Nutzer benötigen künftig Version 13 oder neuer.
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Sicherheitsexperten empfehlen Administratoren, das Update umgehend einzuspielen. Wer nicht sofort patchen kann, sollte vorübergehend die SAML-Authentifizierung deaktivieren und die Systemprotokolle auf verdächtige Aktivitäten überwachen.

SolarWinds erneut im Visier von Angreifern

Die Veröffentlichung erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter Sicherheitswarnungen zu anderen SolarWinds-Produkten. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hatte kürzlich auf CVE-2026-28318 hingewiesen – eine Denial-of-Service-Lücke in SolarWinds Serv-U, die bereits aktiv ausgenutzt wird. Die Schwachstelle mit einem CVSS-Score von 7,5 erlaubt Angreifern, Server durch speziell präparierte POST-Anfragen zum Absturz zu bringen.

Bundesbehörden der US-Regierung waren bereits Mitte Juni verpflichtet, die Serv-U-Lücke zu schließen. Branchenanalysten schätzen, dass weltweit noch mehr als 12.000 Serv-U-Server ungeschützt im Internet erreichbar sind. Die Geschichte zeigt: Denial-of-Service-Angriffe auf SolarWinds-Produkte dienten in der Vergangenheit oft als Vorstufe für schwerwiegendere Kompromittierungen – etwa durch die berüchtigte Ransomware-Gruppe Cl0p.

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