Softdrinks: Tägliche Portion erhöht Diabetes-Risiko um 26 Prozent
06.06.2026 - 23:25:58 | boerse-global.de
Während natürlicher Fruchtzucker in Äpfeln oder Beeren als unbedenklich gilt, stehen zugesetzte Zucker in Softdrinks massiv in der Kritik. Der Unterschied liegt in der Verpackung.
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Die Nährstoff-Matrix macht den Unterschied
In Obst steckt Fruchtzucker in einer natürlichen Verpackung. Ballaststoffe, Wasser, Vitamine und Antioxidantien bremsen die Zuckeraufnahme. Der Blutzuckerspiegel steigt moderat – der Körper hat Zeit zu reagieren.
Anders bei Erfrischungsgetränken: Cola, Energy-Drinks und gesüßte Eistees enthalten hohe Zuckermengen – aber null Ballaststoffe. Der Zucker gelangt nahezu ungebremst ins Blut. Eine Studie in „Diabetes Care“ mit über 310.000 Teilnehmenden zeigt die Folgen: Wer täglich ein bis zwei Portionen zuckerhaltige Limonade trinkt, erhöht sein Risiko für Typ-2-Diabetes um rund 26 Prozent.
Auch vermeintlich gesunde Alternativen sind keine Lösung. Marktkontrollen im Juni 2026 ergaben: Bio-Quetschies für Kinder enthalten oft mehr Zucker als Cola. Hinzu kommt: Weil Babys nicht kauen müssen, leiden Kaumuskulatur und Sprachentwicklung.
Zuckersteuer 2028: Was auf Hersteller zukommt
Die Bundesregierung plant für 2028 eine Zuckersteuer auf Softdrinks – nach britischem Vorbild. Die Finanzkommission Gesundheit empfiehlt eine gestaffelte Abgabe:
- Ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter: 26 Cent pro Liter
- Ab 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter: 32 Cent pro Liter
Der Handlungsdruck ist enorm. Berechnungen von foodwatch zeigen: Beliebte Kindergetränke enthalten im Schnitt zehn Zuckerwürfel pro Portion. Ein Energy-Drink der Marke Gönrgy bringt es auf almost 22 Würfel pro Dose. Um der Steuer zu entgehen, müssten Hersteller den Zuckergehalt teils halbieren.
Dass das funktioniert, zeigt Großbritannien: Nach Einführung einer ähnlichen Abgabe sank der Zuckergehalt in Softdrinks um bis zu 35 Prozent.
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Deutschland hinkt bei Prävention hinterher
Auf dem Diabetes-Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Anfang Juni in Berlin gab es deutliche Worte. Deutschland belegt im Public Health Index 2025 nur Platz 17 von 18 untersuchten Ländern. Prof. Dr. Peter E. H. Schwarz betonte: Prävention müsse ansetzen, bevor der Glukosestoffwechsel kippt. Zentrale Säulen: faserreiche, pflanzenbasierte Kost und regelmäßige Bewegung.
Blutzucker-Tracking für Gesunde: Trend oder Unsinn?
Immer mehr Menschen ohne Diabetes tracken ihren Blutzucker kontinuierlich. Befürworter sehen einen Lerneffekt bei der Ernährung. Mediziner wie Stefan Fischli vom Luzerner Kantonsspital halten das bei Gesunden für wissenschaftlich unbegründet. In der Schweiz sind derzeit rund 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung von Prädiabetes betroffen.
Neue Forschung: Resistente Stärke als Game-Changer
Eine Studie der Universität Jena, veröffentlicht im Februar 2024 in „Nature Metabolism“, zeigt einen neuen Ansatz: Resistente Stärke – enthalten in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten – verändert das Darmmikrobiom bei Übergewichtigen positiv. In klinischen Tests führte das zu signifikanter Gewichtsabnahme und besserer Insulinsensitivität.
Für den Alltag empfehlen Organisationen wie die DAK-Gesundheit: Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen (Verhältnis 1:3). „Zero“-Getränke mit Süßstoffen wie Aspartam oder Erythritol gelten nicht als optimale Alternative.
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