Softdrinks, Flüssiger

Softdrinks: Flüssiger Zucker erhöht Herzrisiko um Vielfaches

21.06.2026 - 02:52:02 | boerse-global.de

Studie belegt: Softdrinks erhöhen Risiko für Schlaganfall und Herzinsuffizienz stärker als andere Zuckerquellen. Deutsche konsumieren doppelt so viel Zucker wie empfohlen.

Softdrinks: Flüssiger Zucker gefährdet Herz-Kreislauf-Gesundheit
Softdrinks - Ein Glas mit einem zuckerhaltigen Getränk und Eiswürfeln, Kondenswasser am Glas, vor einem unscharfen medizinischen Hintergrund. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Studie der Universität Lund zeigt: Softdrinks erhöhen das Risiko für Schlaganfälle, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern deutlich stärker als andere Zuckerquellen.

Die Forschungsergebnisse sind eindeutig: Flüssiger Zucker stellt ein spezifisches Risiko für das Herz-Kreislauf-System dar. Parallel dazu belegen Studien des King's College London und der Universität Tübingen, dass eine Rückbildung von Prädiabetes das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle um 58 Prozent senken kann.

Eine südkoreanische Kohortenstudie mit sechs Millionen Teilnehmern zeigt zudem: Normalisieren sich die Blutzuckerwerte, sinkt auch das erhöhte Risiko für Bauchspeicheldrüsen- und Gallenblasenkrebs. Forscher diskutieren in diesem Zusammenhang auch die Rolle von GLP-1-Agonisten, die mit selteneren adipositasassoziierten Tumoren korrelieren.

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Deutsche trinken doppelt so viel Zucker wie erlaubt

Der Zuckerkonsum in Deutschland sprengt alle Empfehlungen. Die WHO rät zu maximal 50 Gramm freiem Zucker pro Tag. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 112 Gramm – mehr als das Doppelte. Pro Jahr konsumiert jeder Deutsche rund 41 Kilogramm Zucker.

Besonders alarmierend: Fast 70 Prozent der Jugendlichen greifen zu Energydrinks. Jeder vierte von ihnen nimmt Mengen zu sich, die als gesundheitlich bedenklich gelten. Die Folgen sind messbar: Über 50 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig. Die gesundheitlichen Folgekosten? Bis zu 63 Milliarden Euro jährlich.

Ab 2028: Zuckersteuer auf Softdrinks geplant

Die Bundesregierung will gegensteuern. Für 2028 ist eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke geplant. Die Allianz „Aktion Weniger Zucker“ – bestehend aus AOK, foodwatch und der Deutschen Diabetes Gesellschaft – fordert weitergehende Maßnahmen:

  • Werbeverbot für ungesunde Produkte, die Kinder ansprechen
  • Verpflichtende, verständliche Lebensmittelkennzeichnung
  • Steuerliche Anreize für Hersteller zur Rezepturoptimierung
  • Verbindliche Verpflegungsstandards in Kitas und Schulen

Doch die politische Umsetzung bleibt umstritten. Vertreter des Ernährungsministeriums sprachen sich in der Vergangenheit gegen eine explizite Zuckersteuer aus. Verbraucherschützer bezweifeln dagegen die Wirksamkeit freiwilliger Industrieabsprachen.

Versteckte Zuckerfallen: Von Grillsauce bis Kaffeekonzentrat

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Das Problem für Verbraucher: Zucker versteckt sich hinter Begriffen wie Dextrose, Fruktosesirup oder Malzextrakt. In Joghurtdrinks stecken pro 500 ml bis zu 22 Stück Würfelzucker. Grillsaucen erreichen Spitzenwerte von über 40 Gramm Zucker pro 100 Gramm.

Neue Markttrends verschärfen die Lage. Kaffeekonzentrate, die auf Social Media beworben werden, enthalten in gesüßten Varianten teils mehr als 6 Gramm Zucker pro 10 ml. Bei Großereignissen wie Weltmeisterschaften planen junge Erwachsene laut Forsa-Umfragen einen erhöhten Konsum von Softdrinks und zuckerhaltigen Snacks.

Experten raten zu Alternativen wie ungesüßten Getränken oder Obstspießen – um die Blutzuckerbelastung stabil zu halten.

de | wissenschaft | 69593609 |