SoftBank, ABB-Robotics

SoftBank kauft ABB-Robotics für 5,1 Milliarden Euro

25.06.2026 - 17:42:09 | boerse-global.de

Großkonzerne setzen auf humanoide Roboter und milliardenschwere Übernahmen für die autonome Produktion der Zukunft.

BMW, SoftBank und POSCO treiben reale KI-Roboter in Fabriken voran
SoftBank - Humanoiden Roboter mit leuchtend blauen Akzenten an einem Fließband in einer modernen Fertigungsanlage, symbolisiert physische KI in der Industrie. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

BMW, SoftBank und POSCO treiben den Einsatz autonomer Maschinen in der realen Produktion massiv voran. Die Ära der physischen Künstlichen Intelligenz hat begonnen.

Der Technologiesektor erlebt einen grundlegenden Wandel: Weg von digitalen Simulationen, hin zu Robotern, die in echten Fabrikhallen arbeiten. Gleich mehrere Großkonzerne verkündeten in dieser Woche Meilensteine, die diesen Trend untermauern. Besonders im Fokus stehen humanoide Roboter, milliardenschwere Übernahmen und Systeme, die schwere Lasten mit chirurgischer Präzision bewegen.

BMW setzt auf humanoide Helfer

Der BMW-Konzern treibt seine Digitalisierungsstrategie am Standort Spartanburg in den USA entscheidend voran. Nach einem zehnmonatigen Pilotprojekt mit dem Roboter Figure 02, bei dem über 30.000 Fahrzeuge produziert wurden, kommt nun das Nachfolgemodell Figure 03 zum Einsatz. Der humanoide Roboter übernimmt künftig Sequenzierungsaufgaben in der Werkslogistik.

Die neue Generation ist mit Tastsensoren, einer Sprach-KI und kabelloser Ladetechnik ausgestattet. Parallel dazu vermeldete das Unternehmen Figure AI einen symbolträchtigen Meilenstein: Erstmals arbeiten bei dem Startup mehr Roboter als Menschen. In Tests absolvierten die Maschinen einen 200-stündigen Live-Stream ohne Unterbrechung und sortierten rund 250.000 Pakete – mit einer Geschwindigkeit, die an menschliche Leistungen heranreicht.

SoftBank kauft sich an die Spitze

Der japanische Technologieinvestor SoftBank schaltet einen Gang höher. Konzernchef Masayoshi Son bestätigte am Dienstag, dass physische KI-Roboter nun in Massenproduktion gehen. Um die Marktposition auszubauen, plant SoftBank die Übernahme des Robotics-Geschäfts von ABB für rund 5,1 Milliarden Euro – ein Deal, der noch 2026 abgeschlossen werden soll. Ziel ist es, führende Robotikfirmen in einer Einheit zu bündeln, die sich auf reale KI-Anwendungen konzentriert.

Auch auf der Fachmesse Automate 2026 zeigte die Branche neue Muskeln. Kawasaki Robotics präsentierte den RL030N, einen Acht-Achs-Roboter mit offener Programmierschnittstelle. Das System lässt sich in Echtzeit von externen KI-Modellen steuern und kommt bereits bei Logistikaufgaben des US-Unternehmens Dexterity zum Einsatz – etwa beim Be- und Entladen von Lastwagen mit Kartons unterschiedlichster Größen.

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Präzisionsarbeit für Schwerindustrie

Die Technologie hält Einzug in Bereiche, in denen es auf den Millimeter ankommt. Der südkoreanische Stahlkonzern POSCO DX kündigte für Juli 2026 den unbemannten Probebetrieb eines Schiffsentladers an. Das System bewegt 45 Tonnen schwere Lasten mit einer Genauigkeit von 0,1 Grad – möglich gemacht durch physische KI. Bereits zuvor hatte POSCO einen unbemannten Kran installiert, der die Genauigkeit um über 80 Prozent steigerte und die benötigte Kameraanzahl halbierte.

Teradyne Robotics zeigte auf der Automate 2026 ebenfalls serienreife Anwendungen: einen KI-gesteuerten Palettenhubwagen sowie Spezialmodelle für die Verkabelung in Rechenzentren. Die Systeme kombinieren klassische Steuerungstechnik mit KI-Entscheidungen und erzielen hohe Erfolgsquoten selbst bei komplexen Greifaufgaben.

Fachkräftemangel und Energieeffizienz als Treiber

Der rasante Umbau hat handfeste wirtschaftliche Gründe. In den USA fehlen dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu Anfang 2020 rund 1,7 Millionen Arbeitskräfte. Britische Firmen planen Investitionen von umgerechnet rund 600 Milliarden Euro in die Reindustrialisierung bis 2028.

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Gleichzeitig gilt die Industrie als Klimasünder: Sie verursacht rund 40 Prozent des globalen Energieverbrauchs. Unternehmen wie Siemens und Schneider Electric setzen daher auf digitale Zwillinge und KI-optimierte Bewegungsabläufe, um den Stromverbrauch zu senken. In bestimmten Anwendungen – etwa dem Greifen und Platzieren von Teilen – konnte der Energiebedarf so um fast 75 Prozent reduziert werden.

Experten auf der Konferenz World of Tomorrow in Edinburgh machten am Dienstag jedoch auch auf die Schattenseiten aufmerksam. Zwar biete die Technologie Lösungen für Lieferkettenprobleme, von denen 37 Prozent der britischen Firmen betroffen sind, doch bleiben Fragen zur Haftung, Sicherheitszertifizierung und zu geistigen Eigentumsrechten ungeklärt. Die Führung der KUKA Group spricht in diesem Zusammenhang vom Übergang von der „Automation 1.0“ zur „Automation 2.0“ – Fabriken werden nicht mehr nur digital, sondern vollständig autonom.

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