SoftBank investiert 75 Milliarden Euro in französische KI-Zentren
31.05.2026 - 20:59:38 | boerse-global.deBis zu 75 Milliarden Euro fließen in den Aufbau von KI-Rechenzentren – ein Signal für den europäischen Technologiestandort.
Der größte Deal der Choose-France-Initiative
Die Ankündigung fiel beim „Choose France"-Gipfel Ende Mai, mit dem die französische Regierung ausländische Investoren ins Land lockt. SoftBank plant den Bau von Rechenzentren mit einer Gesamtkapazität von fünf Gigawatt. Die erste Phase umfasst 45 Milliarden Euro für 3,1 Gigawatt bis 2031.
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Die Standorte liegen in der Region Hauts-de-France: Dünkirchen, Bosquel und Bouchain. In Dünkirchen arbeitet SoftBank mit Schneider Electric zusammen, um Produktionscluster aufzubauen. Auch der französische Energiekonzern EDF ist mit im Boot.
In Bosquel entsteht ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Unternehmen Sesterce, bei dem SoftBank die Mehrheit hält. Der Campus soll eine Kapazität von einem Gigawatt erreichen und 400 dauerhafte Arbeitsplätze schaffen. Ein 10-Millionen-Euro-Fonds soll zudem die lokale Nutzung Künstlicher Intelligenz fördern.
Warum Frankreich? Die Antwort heißt Atomstrom
Rund 70 Prozent des französischen Stroms stammen aus Kernkraftwerken. Das bedeutet: niedrige Industriestrompreise – ein entscheidender Standortvorteil für den extrem energiehungrigen Betrieb von KI-Rechenzentren. Analysten sehen genau darin den Hauptgrund für SoftBanks Engagement.
Der globale KI-Boom nimmt Fahrt auf
SoftBanks Milliarden sind nur ein Teil eines weltweiten Investitionsrausches. Laut Marktforschern von IDC werden die globalen Ausgaben für KI im Jahr 2026 voraussichtlich 940 Milliarden Dollar erreichen. Bis 2029 soll die Summe auf 2,1 Billionen Dollar steigen.
Zum Vergleich: Der indische Mischkonzern Reliance Industries hat ebenfalls Pläne für 120 Milliarden Dollar schwere Investitionen in KI-Rechenzentren angekündigt. Robert F. Smith von Vista Equity Partners schätzt, dass die weltweite Investitionswelle in KI-Infrastruktur am Ende drei Billionen Dollar erreichen könnte.
Schattenseiten des Booms
Doch der Weg ist steinig. Die Preise für DRAM-Speicherchips sind seit Anfang 2025 um über 1700 Prozent gestiegen – das verteuert Server-Hardware massiv. Gleichzeitig wurden im ersten Quartal 2026 so viele Rechenzentrumsprojekte gestrichen wie nie zuvor: Investitionen von über 40 Milliarden Dollar wurden aufgegeben.
Die Energieproblematik treibt auch traditionelle Industriekonzerne um. Ford hat im Mai 2026 eine neue Sparte namens „Ford Energy" gegründet, die sich auf Energiespeicher konzentriert. Andere Unternehmen der Elektroausrüstungsbranche meldeten Auftragsbestände in Milliardenhöhe für Rechenzentrumsausrüstung.
Sicherheit wird zum entscheidenden Faktor
Mit der wachsenden Infrastruktur steigen auch die Risiken. Anfang 2026 entdeckte Google Threat Intelligence den ersten bekannten Fall einer Zero-Day-Sicherheitslücke, die von Künstlicher Intelligenz aufgespürt wurde. Die tägliche Zahl neuer Sicherheitslücken hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.
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Für europäische Unternehmen kommt noch eine regulatorische Herausforderung hinzu: Die NIS-2-Richtlinie tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft. Aktuelle Studien zeigen, dass nur eine Minderheit der Firmen auf die neuen Sicherheitsanforderungen vorbereitet ist. In Österreich etwa nutzen zwar 43 Prozent der mittelständischen Unternehmen inzwischen KI – ein deutlicher Anstieg von 26 Prozent im Vorjahr. Doch Sicherheits- und Standortbedingungen bleiben laut einer EY-Studie zentrale Sorgen der Führungsetagen.
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