SoftBank investiert 75 Milliarden Euro in europäische KI-Rechenzentren
01.06.2026 - 00:28:06 | boerse-global.deDer japanische Technologiekonzern SoftBank hat auf dem Choose France Summit das bislang größte europäische Investment in KI-Rechenzentren angekündigt. Geplant sind bis zu 75 Milliarden Euro für den Aufbau von 5 Gigawatt (GW) Rechenkapazität – ein Projekt, das Frankreich zur europäischen Drehscheibe für Künstliche Intelligenz machen soll.
Milliarden für die Rechenpower von morgen
Die Investition erfolgt in mehreren Phasen. Bereits in der ersten Stufe fließen 45 Milliarden Euro in den Aufbau von 3,1 GW Kapazität bis zum Jahr 2031. Schwerpunkt dieser Ausbauphase ist die Region Hauts-de-France mit drei konkreten Standorten: Dünkirchen (Loon-Plage), Bosquel und Bouchain.
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Nach Abschluss der ersten Phase will SoftBank das Netz um weitere 2 GW auf das Gesamtziel von 5 GW erweitern. Zum Vergleich: Ein einziges Gigawatt Rechenzentrumsleistung entspricht in etwa der Kapazität eines großen Kernkraftwerksblocks.
Partnerschaften mit französischen Industriegrößen
Für den Standort Dünkirchen hat SoftBank eine strategische Allianz mit Schneider Electric geschlossen. Im Hafen entsteht ein Produktionscluster für Server-Racks und die spezielle Elektroausrüstung, die für KI-Operationen im großen Maßstab nötig ist.
In Bosquel gründet SoftBank ein Joint Venture mit dem französischen Rechenzentrumsbetreiber Sesterce – SoftBank hält die Mehrheit. Gemeinsam entsteht ein 1-GW-Campus für KI-Anwendungen. Am dritten Standort Bouchain arbeitet SoftBank mit dem Energieversorger EDF zusammen. Hier wird ein ehemaliges Kraftwerksgelände für die neue Infrastruktur genutzt.
Arbeitsplätze und Bildungsoffensive
Die wirtschaftlichen Effekte für die Region sind beachtlich. Allein das Joint Venture in Bosquel schafft 400 dauerhafte Arbeitsplätze. Darüber hinaus richtet SoftBank einen 10 Millionen Euro schweren Stiftungsfonds ein, der die KI-Entwicklung und -Bildung in der Region fördern soll.
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Warum Frankreich?
SoftBank-CEO Masayoshi Son nannte Frankreichs starke Energieproduktion und seine Rolle als Stromexporteur als entscheidende Faktoren. Branchenbeobachter bestätigen: Rund 70 Prozent des französischen Stroms stammen aus Kernkraft – eine verlässliche, CO?-arme Basis für den enormen Energiehunger moderner KI-Rechenzentren.
Die Ankündigung ist das Ergebnis intensiver diplomatischer Gespräche zwischen Präsident Emmanuel Macron und der SoftBank-Führung. Macron hatte sich persönlich für langfristige Technologieinvestitionen in Frankreich eingesetzt – mit Erfolg.
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