Sodbrennen: Ernährung schlägt Säureblocker um 25 Prozentpunkte
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Millionen Deutsche schlucken täglich Omeprazol oder Pantoprazol. Protonenpumpenhemmer (PPI) zählen zu den meistverordneten Medikamenten. Doch die Bilanz ist alarmierend: Daten aus dem Frühjahr 2026 zeigen, dass in bis zu 70 Prozent der Fälle die Verschreibung ohne medizinische Notwendigkeit erfolgt.
Die Risiken der Dauertherapie
Die Kritik von Fachleuten wächst. Die Langzeiteinnahme von Säureblockern ist mit erheblichen Risiken verbunden. Dazu zählen ein erhöhtes Osteoporose-Risiko, potenzielle Nierenschäden und die Entwicklung von Allergien.
Ein zentrales Problem: Wer die Medikamente absetzt, leidet oft erst recht unter Sodbrennen. Der sogenannte Rebound-Effekt führt zu verstärkten Symptomen. Ohne begleitende Maßnahmen wird die Entwöhnung zur Herausforderung.
Die bessere Alternative: Ernährung statt Pillen
Eine Langzeitstudie im JAMA Network liefert klare Zahlen. Sie verglich Daten aus den Jahren 2018 bis 2024 und untersuchte die Wirksamkeit eines Ernährungs- und Lebensstilprogramms bei laryngopharyngealem Reflux.
Das Ergebnis: 81,2 Prozent der Patienten mit Ernährungsumstellung sprachen auf die Therapie an. Bei der Behandlung mit PPI waren es nur 56,3 Prozent. Der diätetische Ansatz war damit um fast 25 Prozentpunkte wirksamer.
Was hilft konkret? Empfohlen werden Fisch, mageres Fleisch, fettarme Milchprodukte, Vollkorn und gekochtes Gemüse. Verzichten sollten Betroffene auf fettreiche Speisen, Zucker, Alkohol, Kaffee, scharfe Gewürze und Kohlensäure.
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Wenn die Seele den Magen quält
Doch nicht nur der Teller entscheidet. Eine Studie des Karolinska-Instituts in Schweden mit über 3.000 Patienten zeigt: Menschen mit Angstzuständen haben ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für Sodbrennen. Auch berufsbedingter Stress gilt als signifikanter Faktor.
Als ergänzende Therapie rückt Qigong in den Fokus. Die kontrollierte Atmung und fließenden Bewegungen harmonisieren das vegetative Nervensystem. Auch Musiktherapie, Kneipp-Güsse und gezielte Entspannungsübungen werden diskutiert.
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Die Macht der Darmflora
Ein weiterer Schlüssel liegt im Mikrobiom. Rund 38 Billionen Mikroorganismen beeinflussen Verdauung, Immunsystem und die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn. Stress, hochverarbeitete Nahrung und häufige Antibiotika stören dieses feine System.
Experten setzen auf ballaststoffreiche Kost, Prä- und Probiotika. Chicorée, Zwiebeln, fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut oder Miso sowie Leinöl unterstützen die Regeneration der Schleimhäute. In der komplementären Praxis kommen zudem Nux vomica oder Natron zum Einsatz – als punktuelle Hilfe, um den Griff zu klassischen Säureblockern zu vermeiden.
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