Social-Media-Verbot: Malaysia sperrt unter 16-Jährige ab sofort
02.06.2026 - 12:23:03 | boerse-global.deUnd auch der Bürgermeister von London fordert ähnliche Maßnahmen für Großbritannien. Die Bewegung gewinnt international an Fahrt.
Malaysia: Scharfe Regeln ab sofort in Kraft
Seit dem 1. Juni 2026 gilt in Malaysia ein hartes Durchgreifen: Der Online Safety Act 2025 verbietet Kindern unter 16 Jahren den Besitz von Social-Media-Konten. Betroffen sind alle großen Plattformen mit mehr als acht Millionen Nutzern – darunter Facebook, Instagram, TikTok und YouTube.
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Die neuen Regeln zwingen die Tech-Konzerne zu strengen Altersverifikationen. Möglich wird das etwa durch Regierungsausweise wie Pässe oder die nationale ID-Karte MyKad. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen von bis zu zehn Millionen malaysischen Ringgit – umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro.
Für bestehende Nutzer gibt es eine Übergangsfrist: Während Neuanmeldungen sofort gesperrt sind, haben aktuelle Account-Inhaber unter 16 Jahren einen Monat Zeit, um ihre Daten zu sichern. Die Plattformen selbst müssen innerhalb von sechs Monaten eine vollständige Altersprüfung für alle Bestandskonten umsetzen. Eltern werden für die Social-Media-Nutzung ihrer Kinder übrigens nicht belangt.
Londoner Bürgermeister fordert nationale Lösung
Am heutigen Dienstag schaltete sich Londons Bürgermeister Sadiq Khan in die Debatte ein. In einer Rede sprach er sich für ein komplettes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige in ganz Großbritannien aus. Seine Begründung: Nur ein Verbot könne junge Menschen wirksam vor den Gefahren im Netz schützen.
Khan verlangt von Technologieunternehmen den Nachweis, dass ihre Plattformen für Kinder sicher sind. Andernfalls drohe ein kompletter Ausschluss junger Nutzer. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Online-Frauenfeindlichkeit. Der Bürgermeister stellte dafür ein Förderpaket in Höhe von einer Million Pfund bereit – gezielt für Jungen und junge Männer.
Premierminister Keir Starmer hatte bereits angekündigt, die Online-Sicherheit deutlich verschärfen zu wollen. Ob ein komplettes Verbot für unter 16-Jährige kommt, ist jedoch noch offen. Khan reiht sich damit in eine wachsende Liste von Ländern ein: Auch Australien, Indonesien und die Türkei gehen ähnliche Wege.
Kalifornien macht Druck
Auch in den USA tut sich etwas. Am 28. Mai 2026 verabschiedete das kalifornische Repräsentantenhaus mit 76 zu 0 Stimmen den Gesetzesentwurf Assembly Bill 1709. Er verbietet Personen unter 16 Jahren die Erstellung von Social-Media-Konten.
Der Entwurf liegt nun beim Senat des Bundesstaates. Sollte er durchkommen, müssten Plattformen Altersverifikationen einführen. Zudem wäre eine e-Safety Advisory Commission geplant, die den Kinderschutz im Netz überwachen soll.
Kritik: Datenschutz und Verlagerung ins Dunkle
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Die Pläne stoßen auf Widerstand. Clara Koh, Vertreterin von Meta, warnt davor, dass Verbote Jugendliche in unregulierte und unsichere Bereiche des Internets treiben könnten.
Datenschützer sehen ein Problem: Die Pflicht zur Vorlage von Regierungsausweisen bedeute mehr Überwachung. Zudem könnten technisch versierte Jugendliche die Sperren mit VPNs oder geteilten Accounts umgehen. Ian Russell von der Molly Rose Foundation spricht sich gegen pauschale Verbote aus. Seiner Ansicht nach wären andere Schutzmaßnahmen wirkungsvoller.
Die Debatte zeigt: Der Spagat zwischen Kinderschutz und Freiheitsrechten wird immer schwieriger. Klar ist nur eines: Die Zeit der unregulierten Social-Media-Nutzung für Minderjährige neigt sich weltweit dem Ende zu.
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