Social Media über 55: Neue Studien belegen psychische Belastung
02.07.2026 - 16:11:03 | boerse-global.de
Neue Studien zeigen: Wer über 55 ist und viel in sozialen Netzwerken unterwegs ist, leidet häufiger unter psychischen Problemen.
Eine Anfang Juli veröffentlichte Untersuchung der York University im Fachjournal PLOS Global Public Health analysierte Daten von 13.536 Kanadiern über 55 Jahren. Das Ergebnis: Intensive Social-Media-Nutzung korreliert mit geringerer mentaler Gesundheit.
Doch die Forscher um Hossam Ali-Hassan differenzieren. E-Mails wirken sich positiv aus, soziale Netzwerke dagegen belastend. Der Unterschied liegt in der Kommunikationsform: Zielgerichtete, direkte Nachrichten stabilisieren – das Scrollen durch öffentliche Plattformen nicht.
Zwanghafte Nutzung als Depressionsrisiko
Eine weitere Studie der Rutgers University im Journal JMIR Aging bestätigt den Trend. Die Forscher untersuchten 2.585 Erwachsene über 60 in Guangzhou, China. Ergebnis: Kompulsive Smartphone-Nutzung erhöht das Depressionsrisiko deutlich.
Der stärkste Indikator? Eingeschränkte soziale Teilhabe. Bei klinischen Depressionen war Smartphone-Abhängigkeit nahezu allgegenwärtig. Digitale Geräte kompensieren fehlende reale Kontakte – und verschärfen das Problem damit eher.
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Morgens als Erstes: Das Smartphone
Wie tief die Digitalisierung im Alltag verwurzelt ist, zeigt eine Studie der IU Internationalen Hochschule vom Januar 2026. Von 2.000 befragten Deutschen nutzen 75,1 Prozent digitale Geräte innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Aufwachen. Fast drei Viertel (73,8 Prozent) tun dies auch in der letzten halben Stunde vor dem Schlafen.
Das Motiv: Ablenkung. 64,6 Prozent greifen bei schlechter Stimmung zum Smartphone. 71,3 Prozent checken ihre Geräte rein aus Gewohnheit. Und obwohl sich viele der Risiken wie Desinformation oder Datenmissbrauch bewusst sind, löschen nur wenige ihre Konten. Die Sorge vor sozialer Isolation ist groß – rund 83 Prozent der Deutschen nutzen weiterhin WhatsApp.
Klagen und Verbote: Der rechtliche Druck wächst
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Die Debatte erreicht die Gerichte. Ende Juni wies die US-Bundesrichterin Yvonne Gonzalez Rogers einen Antrag von Meta ab, eine Klage von 29 Bundesstaaten abzuweisen. Der Vorwurf: Facebook und Instagram seien bewusst suchtfördernd gestaltet. Der Prozess beginnt am 18. August.
Parallel verschärfen Staaten ihre Gesetze. Aserbaidschan verbietet soziale Netzwerke für Kinder unter 16 Jahren, für Jugendliche bis 18 ist elterliche Zustimmung nötig. Ähnliche Regulierungen werden in Deutschland und Spanien diskutiert. Und das Oberlandesgericht Stuttgart entschied: Soziale Netzwerke haften für unbefugtes Tracking auf Drittseiten. Der Druck auf die Betreiber wächst.
