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Social Media: TikTok und Instagram kosten Schüler 6 Monate Lernzeit

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie belegt: Frühe Social-Media-Nutzung senkt die schulischen Leistungen von Jugendlichen. Ab 13 Jahren verringert sich das Risiko.

Social Media: Früher TikTok-Konsum führt zu schlechteren Schulnoten
Ein konzentrierter Schüler sitzt in einer modernen Bibliothek und betrachtet sein Smartphone. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Belege für den Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und der kognitiven Leistungsfähigkeit von Jugendlichen. Eine im August 2026 in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour veröffentlichte Längsschnittstudie zeigt auf, dass Plattformen wie TikTok und Instagram einen direkten Einfluss auf die schulischen Ergebnisse haben können, sofern der Einstieg in diese Netzwerke zu einem frühen Zeitpunkt erfolgt.

Signifikante Defizite in Kernfächern

Die Untersuchung, die an 28 norditalienischen Schulen mit insgesamt 5.227 Schülern durchgeführt wurde, verdeutlicht die Auswirkungen eines frühen Social-Media-Konsums. Den Daten zufolge führt ein Start in sozialen Netzwerken vor der neunten Klasse – insbesondere im Alter von 11 bis 12 Jahren – zu messbar schlechteren Testergebnissen in den Fächern Mathematik und Italienisch. Zudem wurde eine höhere Rate an Klassenwiederholungen bei dieser Nutzergruppe festgestellt.

Die statistische Auswertung der Leistungen in der zehnten Klasse zeigt bei Schülern, die bereits in der sechsten Klasse soziale Medien nutzten, einen Rückstand von 0,27 Standardabweichungen in Mathematik und 0,22 Standardabweichungen in Italienisch. Laut den Autoren der Studie entspricht dieses Defizit einem Lernverlust von etwa sechs Monaten. Bemerkenswert ist dabei, dass die Leistungen im Fach Englisch von dieser Entwicklung unbeeinflusst blieben.

Altersgrenzen als entscheidender Faktor

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Die kognitiven Auswirkungen scheinen stark vom Alter der Erstnutzung abzuhängen. Während die negativen Effekte bei einem frühen Einstieg bis zur zehnten Klasse stetig anwachsen, konnten die Forscher bei Jugendlichen ab 14 oder 15 Jahren keinen negativen Einfluss der Social-Media-Nutzung auf die Schulnoten mehr feststellen. Als optimale Altersgrenze für den Beginn der Nutzung wird in der Analyse ein Alter von 13 bis 14 Jahren identifiziert.

Die Ursachen für die Leistungseinbußen sind laut der Untersuchung vielfältig. Neben einer direkten kognitiven Überlastung und allgemeiner Ablenkung spielen veränderte Verhaltensmuster eine wesentliche Rolle. So verbringen frühe Nutzer weniger Zeit mit Hausaufgaben, leiden häufiger unter schlechter Schlafqualität und bewegen sich weniger. Die Fachleute weisen zudem darauf hin, dass die bloße Festlegung eines Mindestalters allein oft nicht ausreiche, um diese Problematik zu lösen.

Forderungen nach strengerer Regulierung

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Die Ergebnisse der Studie haben eine Debatte über den Jugendschutz in digitalen Räumen intensiviert. Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (BVKJ), kritisierte ein gravierendes Versagen seitens der Eltern beim Schutz ihrer Kinder vor den Risiken sozialer Medien. Er forderte die Einführung harter Regeln für Plattformen wie TikTok und Instagram.

Der Verband zeige sich offen für ein allgemeines Social-Media-Verbot bis zu einem Alter von 14 Jahren. International zeichnen sich bereits ähnliche Tendenzen ab: Während Frankreich die Nutzung unter 15 Jahren untersagt, planen Länder wie Deutschland, Österreich, Spanien und Griechenland derzeit ebenfalls Verbote. Experten mahnen jedoch an, dass eine effektive Regulierung der Plattformen selbst notwendig sei. Erfahrungen aus Australien verdeutlichen die Schwierigkeiten bei der Umsetzung; dort umgehen laut aktuellen Erhebungen acht von zehn Jugendlichen bestehende Verbote.

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