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Social Media: Fünf Stunden täglich senken Gedächtnis messbar

18.06.2026 - 00:09:17 | boerse-global.de

Exzessive Social-Media-Nutzung bei jungen Erwachsenen wird mit Gedächtnisproblemen in Verbindung gebracht. EU-Umfrage offenbart zudem große Wahrnehmungsunterschiede zwischen Eltern und Jugendlichen.

Social Media: Studie zeigt Gedächtnisprobleme bei jungen Erwachsenen
Social - Eine Hand versucht, einen verblassenden Lichtpartikel vor einem unscharfen Smartphone mit Social-Media-Feed zu fassen. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine Studie der University of Texas at Tyler. Gleichzeitig offenbart eine EU-Umfrage: Eltern und Jugendliche bewerten die Auswirkungen völlig unterschiedlich.

Gedächtnislücken bei Dauer-Scrollern

Die Forscher befragten 943 junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren. Wer mehr als fünf Stunden täglich in sozialen Netzwerken verbringt, berichtet deutlich häufiger von alltäglichen Gedächtnisfehlern. Betroffen ist sowohl das prospektive Gedächtnis (Erinnern an Termine und Aufgaben) als auch das retrospektive.

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Besonders auffällig: Die Studie unterscheidet zwischen problematischer Nutzung – etwa Kontrollverlust oder Konflikte durch Social Media – und reiner Zeitdauer. Beide Faktoren hängen mit kognitiven Einbußen zusammen. Allerdings: Die Studie belegt keine Kausalität. Stress oder Schlafmangel könnten ebenfalls eine Rolle spielen.

Eltern sehen die Gefahr – Jugendliche nicht

Die EU-Kommission legte 2026 eine Umfrage vor, die ein gespaltenes Bild zeigt: 48 Prozent der 13- bis 18-Jährigen bewerten Social Media als positiv für ihre mentale Gesundheit. Nur 21 Prozent der Eltern teilen diese Einschätzung. Umgekehrt sehen 36 Prozent der Eltern negative Auswirkungen – aber nur 18 Prozent der Jugendlichen.

Die Realität? Jugendliche geben an, an Schultagen durchschnittlich 4,5 Stunden online zu sein, am Wochenende 6,1 Stunden. Eltern unterschätzen den Konsum ihrer Kinder um etwa eine Stunde. Eine EU-Expertengruppe prüft derzeit mögliche Regulierungen. Bis zum 13. Juli 2026 sollen Empfehlungen vorliegen.

Generation Alpha: Selbstwert leidet bei Dauernutzung

Die Universität Bielefeld untersuchte gemeinsam mit der Bepanthen-Kinderförderung die psychologischen Folgen bei 12- bis 16-Jährigen. Zwar empfinden sich 95 Prozent grundsätzlich als wertvoll. Doch rund die Hälfte hat häufig Angst vor Fehlern. Bei mehr als sechs Stunden Social-Media-Nutzung pro Tag sinkt der Selbstwert deutlich.

Auch das Konsumverhalten verändert sich: Eine Analyse von DAK-Gesundheit und UKE Hamburg zeigt, dass 47 Prozent der 10- bis 17-Jährigen durch Werbung auf Plattformen auf Produkte aufmerksam werden. 40 Prozent kaufen aufgrund von Influencer-Empfehlungen. Rund 12,2 Prozent der 14- bis 17-Jährigen geben bis zu 1.200 Euro pro Jahr für Online-Käufe aus.

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Bayern zieht die Reißleine – Bitkom fordert Standards

Die bayerische Staatsregierung stellte im Juni 2026 die Agenda „Digitale Balance im Alltag von Schülerinnen und Schülern“ vor. Sie umfasst einen „Chat-Kompass“ für Grundschulen und einen „Social-Media-Kompass“ für weiterführende Schulen. Bis zur siebten Klasse soll die Handynutzung an Schulen beschränkt werden.

Parallel fordert der Branchenverband Bitkom bundesweit verbindliche Standards für Medienkompetenz in Schulen. Präsident Ralf Wintergerst kritisiert die bisherigen Erklärungen der Bildungsministerkonferenz als zu unverbindlich. Laut einer Bitkom-Befragung fühlen sich 23 Prozent der Eltern unsicher, wenn es darum geht, ihren Kindern Medienkompetenz zu vermitteln.

de | wissenschaft | 69566991 |

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