Snapdragon C: Qualcomm greift mit 300-Euro-Chips an
29.05.2026 - 11:30:46 | boerse-global.deTaipeh – Qualcomm will den Markt für günstige Windows-Laptops erobern. Auf der Computex 2026 stellte der US-Konzern die neue Snapdragon C Plattform vor. Die Chips sind speziell für Einsteiger-Geräte ab etwa 300 Euro ausgelegt. Damit nimmt Qualcomm direkt Apples MacBook Neo und die etablierten Chromebooks ins Visier.
Strategischer Vorstoß in die Budget-Klasse
Die Snapdragon C Reihe markiert einen Kurswechsel für Qualcomm. Statt wie bei den Top-Chips auf die eigene Oryon-Architektur zu setzen, greifen die neuen Prozessoren auf Kryo-Kerne zurück – Technologie, die aus Smartphones bekannt ist. Das spart Entwicklungskosten und senkt den Preis.
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Die Chips sind für alltägliche Aufgaben ausgelegt: Surfen im Netz, Videos streamen, Texte bearbeiten. Dank des 6-Nanometer-Fertigungsprozesses und einer integrierten Adreno-Grafikeinheit verspricht Qualcomm hohe Energieeffizienz. Die Geräte sollen lüfterlos auskommen und einen ganzen Arbeitstag durchhalten.
Ein integrierter KI-Beschleuniger (NPU) ist zwar an Bord. Allerdings erreicht die Plattform nicht die Anforderungen für Microsofts Copilot+-Zertifizierung. Das ist ein klarer Unterschied zu teureren Arm-Geräten wie dem kürzlich vorgestellten ASUS VM441 All-in-One, der mit dem Snapdragon X Plus satte 45 TOPS KI-Leistung bietet.
Erste Partner und das Acer Aspire Go 15
Mehrere große Hersteller haben sich bereits auf die neue Plattform festgelegt. Acer, HP und Lenovo sind die ersten Partner. Acer kündigte mit dem Aspire Go 15 das erste Modell an.
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Das Gerät kommt mit einem 15,6-Zoll-Display in Full-HD-Auflösung. Die Ausstattung umfasst bis zu 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte internen Speicher. Hinzu kommen Wi-Fi 6E und ein 53-Wh-Akku. Wann genau die ersten Geräte in den Läden stehen, ist noch offen. Die Markteinführung wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Ein hart umkämpfter Markt
Qualcomms Vorstoß in die 300- bis 400-Euro-Klasse kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Die Chipindustrie kämpft mit steigenden Kosten. TSMC plant, die Preise für das 3-Nanometer-Verfahren in der zweiten Jahreshälfte um rund 15 Prozent anzuheben. Weitere Erhöhungen sind für 2027 möglich.
Das spürt auch Apple. Der MacBook Neo, der für etwa 550 Euro über die Ladentheke geht und modifizierte A18-Pro-Chips nutzt, gerät trotz hoher Nachfrage unter Margendruck.
Doch Qualcomm hat nicht nur Apple im Blick. Intel ist mit seinen Wildcat-Lake-Prozessoren im Budget-Segment aktiv. Hersteller wie Beelink bringen bereits Mini-PCs mit den neuen Intel-Chips auf den Markt. Und auch MediaTek wird auf der Computex eigene Arm-basierte Chips für Windows-Laptops vorstellen – möglicherweise in Zusammenarbeit mit einem Grafikspezialisten.
Der Blick nach vorn
Der Markt bereitet sich zudem auf eine Revolution im High-End-Segment vor. Für Herbst 2026 erwartet die Branche die Einführung der sogenannten "Googlebook"-Plattform. Sie soll Android und ChromeOS auf Premium-Hardware ab 900 Euro vereinen.
Für Qualcomm geht es jetzt darum, sich im massenhaften Budget-Segment zu positionieren – bevor diese neuen Plattformen richtig durchstarten. Die Snapdragon C Reihe könnte der Schlüssel sein, um Windows auch in der günstigsten Preisklasse konkurrenzfähig zu machen.
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