Snapdragon C: Qualcomm greift Apple und Intel mit 300-Euro-Chip an
29.05.2026 - 07:31:03 | boerse-global.deDer Chip-Hersteller bringt ARM-Prozessoren für Windows-Laptops ab 300 Euro – und fordert damit Apple und Intel heraus.
Auf der Computex 2026 in Taipeh hat Qualcomm am 28. Mai den Snapdragon C vorgestellt. Der neue System-on-a-Chip (SoC) zielt auf günstige Windows-Notebooks mit ARM-Architektur ab. Das „C“ steht für „Compute“. Die Geräte sollen ab rund 300 Euro starten – und damit preislich deutlich unter Apples MacBook Neo liegen, das bei etwa 550 Euro beginnt.
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Technik für den Massenmarkt
Anders als Qualcomms High-End-Chips setzt der Snapdragon C nicht auf die hauseigenen Oryon-Kerne, sondern auf Kryo-CPU-Kerne, die bislang vor allem in Smartphones zum Einsatz kommen. Das spart Kosten und Strom. Ein integrierter Neural Processing Unit (NPU) erledigt KI-Aufgaben, allerdings nicht auf dem Niveau, das Microsoft für die Copilot+-Zertifizierung verlangt.
Qualcomm verspricht flüssiges Arbeiten für alltägliche Aufgaben: Textverarbeitung, Surfen, Videostreaming – und vor allem eine Akku-Laufzeit über den ganzen Tag. Der Hersteller will damit die Fehler der alten Netbook-Ära vermeiden, die unter schwacher Leistung und kurzer Laufzeit litt.
Erste Geräte kommen noch 2026
Acer, HP und Lenovo haben bereits angekündigt, Notebooks mit dem Snapdragon C auf den Markt zu bringen. Das erste Modell ist der Acer Aspire Go 15, der ebenfalls am 28. Mai vorgestellt wurde. Die technischen Daten:
- Display: 15,6 Zoll, Auflösung bis zu 1200p
- Arbeitsspeicher: bis zu 8 GB RAM
- Speicher: 512 GB SSD
- Konnektivität: Wi-Fi 6E, USB-C, HDMI 1.4
- Akku: 53 Wh für ausdauernden Mobilbetrieb
Konkrete Preise und Termine für den deutschen Markt stehen noch aus.
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Preisdruck durch steigende Kosten
Die Markteinführung kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Die Preise für Speicherchips sind zuletzt gestiegen – das könnte den angepeilten Einstiegspreis von 300 Euro unter Druck setzen.
Hinzu kommen Kostensteigerungen beim Auftragsfertiger TSMC. Das Unternehmen plant für die zweite Jahreshälfte 2026 eine Preiserhöhung von 15 Prozent für 3-Nanometer-Fertigung, für 2027 sind weitere zehn Prozent im Gespräch. Das trifft vor allem Apple, das seine Produktionsziele für das MacBook Neo von ursprünglich 5 bis 6 Millionen auf 10 Millionen Einheiten hochgeschraubt hat.
Qualcomm positioniert sich mit dem Snapdragon C als Alternative zu Intels kommenden Wildcat-Lake-Prozessoren und als Gegengewicht zu Apples wachsendem Einfluss im mobilen Computing. Ob das reicht, um den Einstiegsmarkt aufzumischen, wird sich zeigen – spannend wird es allemal.
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