SMS-Phishing, Fälle

SMS-Phishing explodiert: 162 Prozent mehr Fälle im Q2 2026

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 00:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Banking-Trojaner auf Android legen um 56 Prozent zu. KI-gestützte Betrugsmaschen und Smishing-Attacken nehmen rasant zu.

Android-Banking-Trojaner: Angriffswelle mit KI-Unterstützung
Ein Smartphone mit einer Banking-App auf dem Bildschirm. Im Hintergrund sind schemenhafte digitale Bedrohungen angedeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher melden einen massiven Anstieg spezialisierter Schadsoftware – und immer mehr Betrugsmaschen nutzen künstliche Intelligenz.

Trojaner-Flut auf Android: 56 Prozent mehr Angriffe

Allein 2024 stiegen die Attacken durch Banking-Trojaner auf Android um 56 Prozent. Insgesamt 255.090 neue Varianten entdeckten Experten – fast dreimal so viele wie im Vorjahr.

Besonders perfide: Kriminelle bieten ihre Infrastruktur inzwischen als „Malware-as-a-Service“ an. Selbst technisch weniger versierte Angreifer können so professionelle Betrugskampagnen starten.

In Deutschland ist derzeit der Trojaner „Trojan-Proxy.AndroidOS.Agent.q“ aktiv. Er tarnte sich als Rabatt-App. Noch gefährlicher: „Anatsa“ umgeht Sicherheitsmechanismen im Play Store, während „Hook“ Zwei-Faktor-Authentifizierungen aushebeln kann.

Eine besonders aggressive Methode nutzt „Crocodilus“. Der Trojaner übernimmt via Blackscreen-Attacke die vollständige Kontrolle über das infizierte Smartphone.

Smishing explodiert: 162 Prozent mehr SMS-Phishing

Auch klassische Betrugsmethoden legen dramatisch zu. Im zweiten Quartal 2026 stiegen SMS-Phishing-Fälle um 162 Prozent. Branchenanalysten führen das auch auf KI zurück: KI-gestützte Betrugsfälle sollen laut Weltwirtschaftsforum um 77 Prozent zugenommen haben.

Einen Erfolg meldet das FBI: Die Plattform „Outsider“ wurde abgeschaltet. Über das Netzwerk liefen rund 8.000 Phishing-Domains mit einem Gesamtschaden von etwa 1,9 Milliarden US-Dollar.

Aktuelle Warnungen der Verbraucherzentralen betreffen Kunden der Sparkassen, Postbank und Commerzbank. Die BaFin warnt vor gefälschten E-Mails einer angeblichen „Abteilung für Rechtsdurchsetzung“ – sie zielen auf Mitarbeiter von Finanzinstituten.

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Diebstahl im Urlaub: Neue Masche mit dem „Verloren-Modus“

Die Telekom warnt vor einer perfiden Kombination aus Diebstahl und Digitalbetrug. Täter stehlen Smartphones, nutzen dann den „Verloren-Modus“ und geben sich als ehrliche Finder aus. Sie verschicken Phishing-Links, um Apple-ID oder Google-Konto zu knacken.

Damit deaktivieren Angreifer die Diebstahlsicherung dauerhaft und erhalten Vollzugriff auf Gerät und Konten.

Sicherheitsexperten raten: Entfernen Sie gestohlene Geräte niemals aus Ihrem Benutzerkonto. Lassen Sie die SIM-Karte sofort sperren.

Auch Quishing – Phishing via QR-Code – gewinnt an Bedeutung. Im ersten Quartal 2026 verzeichneten Experten hier einen Zuwachs von 146 Prozent.

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Was tun im Schadensfall? Ihre Rechte als Kunde

Die rechtliche Lage in Deutschland ist verbraucherfreundlich. Gemäß § 675u BGB muss die Bank nicht autorisierte Zahlungen unverzüglich erstatten. Eine Haftung des Kunden droht nur bei grober Fahrlässigkeit.

Juristen betonen: Im Streitfall liegt die Beweislast zunächst bei der Bank. Kunden müssen einen Vorfall unverzüglich anzeigen – die gesetzliche Ausschlussfrist beträgt 13 Monate.

Die BaFin meldete für 2025 insgesamt 733 IT-Vorfälle bei Finanzunternehmen. Rund 40 Prozent der Attacken richteten sich gegen externe IT-Dienstleister der Branche. Die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht der Institute steigen damit weiter.

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