SMS-Phishing explodiert: +162% im Q2 2026, QR-Code-Betrug folgt
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 03:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Täter nutzen den „Verloren-Modus“ der Geräte, um an Cloud-Konten zu gelangen.
So gehen die Betrüger vor
Sobald Bestohlene den „Verloren-Modus“ aktivieren, zeigen sie auf dem Sperrbildschirm eine Kontaktmöglichkeit für ehrliche Finder an. Genau diese Daten greifen die Diebe ab. Anschließend geben sich die Kriminellen als Finder oder Mitarbeiter von Fundbüros aus.
Über personalisierte Nachrichten locken sie die Opfer auf Phishing-Links. Ziel ist die Übernahme der Apple-ID oder des Google-Kontos. Gelingt das, können die Täter die Gerätesperre entfernen, das Smartphone zurücksetzen und auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Hunderte solcher Fälle wurden bereits gemeldet.
Explosion bei SMS-Phishing und QR-Code-Betrug
Die Warnung der Telekom kommt nicht von ungefähr. Laut Marktdaten von AhnLab stiegen SMS-Phishing-Fälle im zweiten Quartal 2026 um 162 Prozent. Parallel dazu nehmen Phishing-Versuche über manipulierte QR-Codes rasant zu – sogenanntes Quishing. Microsoft-Daten zeigen einen Anstieg um 146 Prozent zwischen Januar und März 2026. Inzwischen enthält etwa jede neunte Phishing-E-Mail einen QR-Code.
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Auch Künstliche Intelligenz treibt die Entwicklung. Das Weltwirtschaftsforum verzeichnete ein Plus von 77 Prozent bei KI-gestützten Betrugsfällen. Eine McAfee-Studie belegt: KI erkennt Urlaubsorte auf Fotos mit 91-prozentiger Genauigkeit. So können Kriminelle hochgradig personalisierte Mails versenden, die etwa angebliche Zahlungsprobleme am Urlaubsort vortäuschen.
Erfolge im Kampf gegen Cyberkriminalität
Die Behörden schlagen zurück. Das FBI schaltete die Phishing-Plattform „Outsider“ ab. Das Netzwerk umfasste rund 8.000 Domains und verursachte weltweit Schäden von etwa 1,9 Milliarden US-Dollar.
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Auch Gerichte stärken die Verbraucherrechte. Das Oberlandesgericht Rostock entschied: Plattformbetreiber müssen Nutzer auf Deutsch über Sicherheitsvorfälle wie Hacking-Angriffe informieren.
Was Reisende jetzt tun sollten
Sicherheitsexperten raten: Bei Diebstahl sofort die SIM-Karte über die zentrale Sperrnummer 116 116 blockieren. Das gestohlene Gerät auf keinen Fall aus dem eigenen Apple- oder Google-Konto entfernen – das deaktiviert den Diebstahlschutz.
Weitere Tipps: Notieren Sie vorab die IMEI-Nummer Ihres Smartphones. Ändern Sie nach einem Diebstahl umgehend alle Passwörter sensibler Dienste. Veröffentlichen Sie Urlaubsfotos erst nach der Rückkehr und deaktivieren Sie Geotags in den Bilddateien. Grundsatz: Geben Sie Zugangsdaten niemals über Links in SMS oder E-Mails ein – nutzen Sie ausschließlich offizielle Apps oder Webseiten.
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