Todes“, Android

„SMS des Todes“ bei Android: Eine Nachricht kann Notrufe abbrechen lassen

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 16:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Novemberpaket behebt je nach Quelle 216 oder 233 Schwachstellen; rund 40 Prozent der aktiven Android-Geräte erhalten keine Updates mehr.
Ein minimalistischer Serverraum mit dunklen Schaltschränken in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Google hat im Android Security Bulletin für November 2026 mehr als 200 Sicherheitslücken im mobilen Betriebssystem geschlossen. Je nach Quelle beläuft sich die Zahl der behobenen Schwachstellen auf 216 beziehungsweise 233. Davon sind 23 als kritisch und 193 als hoch eingestuft. Google zufolge wurden die Schwachstellen bislang nicht für Angriffe in der Praxis ausgenutzt.

Kritische Schwachstellen im Framework und System

Als schwerwiegendste Lücke gilt die als kritisch bewertete Schwachstelle CVE-2026-58868 im Framework. Sie ermöglicht das Ausführen von Schadcode aus der Ferne (Remote Code Execution, RCE), ohne dass dafür zusätzliche Ausführungsrechte oder eine Interaktion durch die Nutzer erforderlich sind.

Betroffen sind die Versionen Android 14, 15, 16, 16 QPR2 und 17. Darüber hinaus behebt das Update weitere kritische RCE-Lücken im System, namentlich CVE-2026-58876 und CVE-2026-58936.

Die Auslieferung der Aktualisierungen erfolgt wie gewohnt über zwei Sicherheitspatch-Ebenen. Das Patch-Level 2026-11-01 beseitigt 119 Schwachstellen in der Android-Runtime, im Framework sowie im System.

Davon entfallen 65 Lücken auf das Framework und 53 auf das System, darunter neben den RCE-Lücken auch drei Schwachstellen zur Rechteausweitung (Elevation of Privilege, EoP) und zwei Denial-of-Service-Lücken (DoS). In der Android-Runtime wird die als hoch eingestufte Informationsleck-Lücke CVE-2026-58988 geschlossen.

Das Patch-Level 2026-11-05 adressiert weitere 97 Schwachstellen, die den Kernel sowie Komponenten von Drittanbietern wie ARM, Imagination Technologies, MediaTek, Unisoc und Qualcomm betreffen. Mehr als ein Dutzend dieser Lücken sind kritisch, unter anderem in Bluetooth, im Hypervisor pKVM, bei Eingabegeräten (HID), im MediaTek-Modem sowie in geschlossenen Qualcomm-Komponenten.

Im Detail umfasst dieser Patch fünf kritische Rechteausweitungen im Android-Kernel, das Datenleck CVE-2026-59048 im pKVM-Hypervisor sowie acht kritische Modemschwachstellen bei MediaTek (CVE-2026-20499 bis CVE-2026-20549).

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Bei Qualcomm werden 17 Lücken behoben, darunter die als kritisch eingestufte Lücke CVE-2026-25285 rund um Keystore und RSA-Schlüssel sowie CVE-2026-25287 mit einem CVSS-Wert von 7,4. Insgesamt verteilen sich die 216 Lücken auf das Framework (65), das System (53), den Kernel (31), MediaTek (30), Qualcomm (17), Imagination Technologies (12), Unisoc (4) und Arm (3). Technische Details zu den Sicherheitslücken nannte Google nicht.

Schutz vor gezielten Angriffen und Hersteller-Updates

Ein besonderer Fokus liegt auf der Schwachstelle CVE-2026-58882, die der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk demonstrierte. Bei diesem als „SMS des Todes“ bekannten Fehler führt eine unsichtbare WAP-Push-SMS mit fehlerhafter Längenangabe dazu, dass die Telefoniefunktion ungepatchter Geräte lahmgelegt wird, laufende Notrufe abbrechen und Neustartschleifen entstehen.

Blaszczyk reproduzierte das Problem auf Pixel- und Samsung-Geräten unter Android 12 bis 16; in Tests führte bereits eine einzelne Nachricht zu tagelangen Ausfällen. Er hatte den Fehler am 5. Mai 2026 gemeldet und Ende Oktober Details publiziert.

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Google stellte mit dem Update-Stand vom 1. November 2026 einen Patch für Android 14, 15, 16 und 17 bereit; für ältere Versionen wie Android 12 und 13 existiert bisher kein Google-Fix.

Samsung kündigte für Galaxy-Smartphones und -Tablets ein eigenes November-Update an, das mehr als 170 Schwachstellen schließt. Neben 155 Google-Korrekturen enthält es 24 Galaxy-spezifische Patches für Exynos-SoCs, Modems, Bootloader und System-Apps.

17 der gesamten Schwachstellen – darunter die kritische Lücke CVE-2026-58876 – werden direkt über die Google-Play-System-Updates verteilt, primär für Geräte ab Android 10 ohne Herstellersupport. Google hatte die Gerätehersteller mindestens einen Monat im Voraus informiert.

Dennoch erhalten laut Google rund 40 Prozent aller aktiven Android-Smartphones keine Updates mehr. Nutzer können ihren aktuellen Stand in den Geräteeinstellungen unter den Versionsinformationen einsehen; maßgeblich ist das Android-Sicherheitsupdate mit dem Datum 1. November 2026 oder neuer.

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