SMS-Betrug in Brasilien: Anatel setzt Betreibern 90 Tage für neue Regeln
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 23:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm 4. November 2026 hat die brasilianische Telekommunikationsbehörde Anatel im amtlichen Gesetzblatt Diário Oficial da União neue Bestimmungen zur Bekämpfung von Betrugsfällen über Kurznachrichten veröffentlicht.
Die Aufsichtsbehörde verpflichtet Mobilfunkbetreiber dazu, Kurznachrichten von nicht registrierten Absendernummern künftig systematisch zu blockieren. Mit diesem Schritt soll die Manipulation von Absenderdaten eingedämmt und der Schutz von Verbrauchern vor Phishing und betrügerischen Inhalten verstärkt werden.
Fokus auf automatisierte Unternehmensnachrichten
Die neuen regulatorischen Vorgaben beziehen sich auf den sogenannten Application-to-Person-Versand (A2P-SMS). Hierbei handelt es sich um automatisierte Nachrichten, die von Unternehmen oder Organisationen über Softwarelösungen an Mobiltelefonkunden gesendet werden. Typischerweise nutzen diese Systeme keine reguläre Mobilfunknummer, sondern kurze Ziffernfolgen wie beispielsweise die 29222.
Künftig wird dieser automatisierte Versandkanal nach den Vorgaben der Anatel zwingend auf identifizierte juristische Personen beschränkt. Unternehmen, die Nachrichten über Kurzcodes versenden wollen, müssen ihre Identität gegenüber den Netzbetreibern nachweisen, bevor ein Versand freigeschaltet werden darf.
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Klare Zuordnung und Verbot der Weitergabe
Ein Kernpunkt der regulatorischen Neuerung ist die strikte Trennung der genutzten Nummern. Laut Anatel darf jeder Kurzcode künftig nur noch einer einzigen juristischen Person zugeordnet sein. Eine Weitergabe oder Überlassung bereits registrierter Codes an andere Firmen oder Drittparteien ist verboten.
Bislang konnten unübersichtliche Weitervermietungen oder geteilte Codes dazu führen, dass der eigentliche Urheber einer Kurznachricht im Verdachtsfall nicht oder nur schwer zu ermitteln war. Die Neuregelung soll sicherstellen, dass bei jeder versendeten Nachricht eindeutig nachvollziehbar bleibt, welches Unternehmen für den Inhalt verantwortlich zeichnet.
Zentrales Branchenverzeichnis und Umsetzungsfrist
Um für zusätzliche Transparenz zu sorgen, müssen die Betreiber ein zentrales Branchenverzeichnis der Kurzcodes aufbauen. Dieses Register muss öffentlich zugänglich sein und Verbrauchern ermöglichen, die für eine Kennung verantwortliche juristische Person unkompliziert abzufragen und zu überprüfen.
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Für die vollständige Umsetzung dieser Schutzmaßnahmen hat das Führungsgremium der Behörde, der Conselho Diretor, einen festen Zeitrahmen vorgegeben. Den Betreibern wurde eine Frist von bis zu 90 Tagen eingeräumt, um sowohl das geforderte zentrale Verzeichnis aufzubauen als auch den SMS-Versand verbindlich auf verifizierte und registrierte juristische Personen zu beschränken. Nachrichten, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, müssen nach Ablauf der Frist netzseitig unterbunden werden.
