SMS-Betrug, Angriffe

SMS-Betrug explodiert: +146 Prozent Angriffe im ersten Halbjahr

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 05:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Standortdaten von Smartphones ermöglichen zunehmend Spionage und Kriminalität. Behörden warnen vor steigenden Risiken durch Malware und Phishing.

Smartphone-Standortdaten: Neue Risiken durch Spionage und Betrug
Ein Smartphone auf einem Schreibtisch mit digitaler Kartenansicht, die Sicherheitsrisiken durch Standortdaten symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Smartphones geben permanent den eigenen Aufenthaltsort preis – und das wird zunehmend zum Problem. Aktuelle Analysen zeigen: Die Ortungsfunktionen ermöglichen nicht nur Komfort, sondern auch detaillierte Einblicke in Wohnort, Arbeitsplatz und Tagesablauf. Kriminelle nutzen diese Daten für Verfolgung, Diebstahl und Identitätsdiebstahl.

Wenn Fitness-Apps Militärgeheimnisse verraten

Die Gefahr betrifft längst nicht mehr nur Privatpersonen. Berichte belegen, dass Standortdaten aus Fitness-Apps oder Spielen wie Strava und Pokémon Go bereits zur Enttarnung militärischer Geheimnisse geführt haben. US-Soldaten in Afghanistan konnten über Hitzekarten lokalisiert werden. Auch die Position eines französischen Flugzeugträgers wurde durch Aktivitätsprotokolle öffentlich.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat die Rüstungsindustrie deshalb zur erhöhten Wachsamkeit aufgerufen. Es bestehe eine gesteigerte Gefahr durch Sabotageakte und gezielte Angriffe auf Führungskräfte. Der Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Armin Papperger musste aufgrund aufgedeckter Mordpläne unter Polizeischutz gestellt werden. Experten raten insbesondere bei Auslandsreisen zu strikter Mobilfunk-Sicherheit.

Neue Technik, neue Risiken

Das Barkhausen-Institut in Dresden arbeitet an Schutzmechanismen für künftige Mobilfunkstandards. Konkret geht es um die 6G-Isac-Technologie (Integrated Sensing and Communication), bei der die Umgebung direkt per Funkwellen geortet werden kann. Datenschutzexperte Dr. Stefan Köpsell warnt: Die Technik biete hohes Potenzial, berge aber auch neue Überwachungsrisiken. Ein internationaler Experten-Workshop in Dresden soll im September 2026 Standards für den Datenschutz in 6G-Netzen diskutieren.

WhatsApp führt im Juli 2026 Benutzernamen ein, die es ermöglichen, die eigene Handynummer zu verbergen. Fachleute merken jedoch an: Für umfassenden Schutz sind oft zusätzliche Sicherheitsschlüssel nötig. Und die Nummer bleibt für den Mutterkonzern Meta weiterhin sichtbar.

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SMS-Betrug explodiert – 146 Prozent mehr Angriffe

Die Zahlen des ersten Halbjahrs 2026 sind alarmierend. Der SMS-Betrug verzeichnete einen Anstieg um 146 Prozent. Besonders Sparkassen-Kunden gerieten ins Visier von Phishing-Kampagnen. Ein Fall aus Hildburghausen zeigt die finanzielle Tragweite: Ein 39-Jähriger verlor 35.000 Euro durch ein vermeintliches Sicherheitsupdate, das sich als Schadsoftware entpuppte.

Insgesamt wurden im ersten Quartal 2026 rund 2,67 Millionen Android-Malware-Angriffe blockiert. Sicherheitsforscher identifizierten über 300.000 neue Schadsoftware-Pakete. Besonders gefährlich: der Trojaner „Dolphin X“ mit über 329 Funktionen. Er kann Daten aus mehr als 300 Apps abgreifen, darunter zahlreiche Krypto-Wallets. Zudem befinden sich schätzungsweise 560.000 KI-generierte Apps im Apple App Store – das macht die Identifizierung vertrauenswürdiger Software deutlich schwerer.

Was Nutzer jetzt tun sollten

Mobilfunkanbieter wie die Telekom und Sicherheitsbehörden geben konkrete Handlungsempfehlungen:

Standortverwaltung: App-Berechtigungen regelmäßig prüfen und den Standortverlauf deaktivieren. Geotags in Fotos geben den Aufenthaltsort sonst ungewollt preis.

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Verlustfall: Bei Diebstahl das Gerät sofort über herstellereigene Dienste als verloren melden. Nicht voreilig aus der Geräteliste entfernen – Täter nutzen oft Phishing-SMS im Namen von Apple oder Google, um nach dem Diebstahl auf Konten zuzugreifen.

Technische Updates: Sicherheitslücken wie die kürzlich geschlossene Schwachstelle CVE-2026-16232 (CVSS-Wert 9.3) zeigen, wie wichtig zeitnahe Systemaktualisierungen sind.

BKA und FBI konnten zwar in einer gemeinsamen Aktion den Phishing-Dienst „Kratos“ zerschlagen, der monatlich rund 15.000 Kampagnen steuerte. Doch die Bedrohungslage durch automatisierte Angriffe und gefälschte Anwendungen bleibt hoch. Die Europäische Zentralbank hat bereits Aktionspläne gegen diese Betrugsformen gefordert – sie sollen bis Oktober 2026 vorliegen.

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