Smollan-Migration: 9.064 Nutzer zu Google Workspace ohne Ausfallzeit
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologiedienstleister Argility, ein Tochterunternehmen von Smollan Technologies, hat die gruppenweite Umstellung der digitalen Arbeitsumgebung für Smollan abgeschlossen.
Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, wurde die Migration von Microsoft 365 zu Google Workspace für insgesamt 9.064 Nutzer vollzogen. Das Projekt gilt aufgrund seines Volumens und der geografischen Komplexität als bedeutender Meilenstein in der IT-Strategie des Konzerns.
Technisches Volumen und regionale Reichweite
Die Migration erstreckte sich über die gesamten SEEMEA-Regionen (Süd- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika). Dabei wurden 25 Unternehmen in mehr als 19 Ländern in den neuen digitalen Verbund integriert. Die logistische Herausforderung umfasste die Koordination über acht Sprachen und 24 Zeitzonen hinweg.
Nach Angaben von Argility verlief der Prozess mit einer Erfolgsquote von 99,77 Prozent. Dabei seien keinerlei Ausfallzeiten für die betroffenen Mitarbeiter entstanden; zudem wurde gemeldet, dass kein Datenverlust aufgetreten sei. Das Ausmaß der übertragenen Datenmengen war erheblich: Insgesamt wurden 7,01 Petabyte an Daten migriert, darunter 2,4 Milliarden E-Mails sowie rund 290 Milliarden Dokumente.
Branchenweiter Trend zur Cloud-Modernisierung
Der erfolgreiche Abschluss bei Smollan spiegelt eine breitere Dynamik im Markt für Unternehmenssoftware wider, in dem derzeit zahlreiche Großunternehmen ihre Infrastruktur modernisieren. So migriert beispielsweise der Einzelhandelskonzern Gap Inc aktuell seine Systeme auf die Cloud-Plattform von Workday.
Dieser Prozess umfasst 17 Marken und über 3.000 Standorte und soll sukzessive Altsysteme in den Bereichen Personalwesen, Finanzen und Lieferkette ersetzen. In Indien gab die Vijay Raja Group kürzlich den Produktivstart von SAP Business One bekannt, um die Verwaltung in der Immobilien- und Baubranche zu zentralisieren.
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Auch die Anbieterseite reagiert mit technologischen Neuerungen auf den Bedarf an leistungsfähigen Plattformen. Workday kündigte mit dem Release „Workday Umiami“ eine architektonische Weiterentwicklung an, die neben einer verbesserten Skalierbarkeit auch personalisierte Dashboards und eine mobile Optimierung bietet.
Parallel dazu stellte Infor die sogenannte Velocity Suite vor. Diese ist auf industrielle Hersteller ausgerichtet und integriert KI-Agenten, um spezifische Fertigungsprozesse zu automatisieren.
Herausforderungen bei der Implementierung von ERP-Systemen
Trotz der technologischen Fortschritte und erfolgreicher Großprojekte wie bei Smollan bleiben Implementierungen im Bereich Enterprise Resource Planning (ERP) und Human Capital Management (HCM) komplex. Experten weisen darauf hin, dass der reine Zeitpunkt des Systemstarts („Go Live“) lediglich den Beginn einer Managed-Payroll-Phase darstelle.
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Branchenstatistiken unterstreichen die Schwierigkeiten: Analysen zufolge erreichen nur etwa 15 Prozent der HCM-Implementierungen ihre ursprünglich gesteckten Ziele, während lediglich 13 Prozent die Erwartungen übertreffen.
Als kritische Faktoren für das Scheitern oder unzureichende Ergebnisse werden häufig Defizite im Training (32 Prozent) sowie Mängel beim Wissenstransfer (28 Prozent) identifiziert.
Die wirtschaftliche Relevanz korrekter Systeme zeigt sich besonders bei der Lohnabrechnung. So gaben Marktbeobachter an, dass knapp die Hälfte der Arbeitnehmer bereits nach zwei Fehlern in der Gehaltsabrechnung die Suche nach einem neuen Arbeitgeber in Betracht ziehe.
Um die steigende Nachfrage nach Expertise in diesem Bereich zu decken, verstärken Beratungsunternehmen ihre Kapazitäten. Accenture vereinbarte in den letzten Tagen die Übernahme des japanischen Spezialisten COMWARE, wodurch das Unternehmen rund 180 Fachkräfte mit langjähriger SAP-Erfahrung gewinnt. Damit baut der Konzern, der im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 70 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete, seine Kapazitäten im Bereich der digitalen Transformation weiter aus.
