Smishing-Angriffe, Vietnam

Smishing-Angriffe: +162% in Vietnam – Banken fordern App-Umstieg

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 07:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Führende vietnamesische Geldhäuser verlangen weiter Gebühren für SMS-Benachrichtigungen und verweisen auf sicherere, kostenlose App-Dienste.

Vietnamesische Banken: SMS-Gebühren trotz kostenloser App-Alternativen
Eine Hand hält ein Smartphone, das eine Benachrichtigung einer Banking-App anzeigt, mit unscharfen vietnamesischen Banknoten im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gleichzeitig fordern sie ihre Kunden auf, auf kostenlose Alternativen in den Banking-Apps umzusteigen.

Kostenfalle SMS-Banking

Die Vietcombank, Agribank, BIDV und VietinBank verlangen eine monatliche Grundgebühr von 10.000 VND für SMS-Benachrichtigungen über Kontobewegungen. Noch teurer wird es bei der MB: Hier liegen die Kosten bei 25.000 VND pro Monat.

Die Institute begründen die Entgelte mit den Telekommunikationskosten, die für den Versand der Nachrichten anfallen. Kunden sollen ihre Abonnements prüfen und nicht mehr benötigte SMS-Dienste kündigen – besonders, wenn sie bereits die mobilen Banking-Apps nutzen.

Sicherheit als entscheidendes Argument

Die Banken setzen auf OTT-Benachrichtigungen (Over-the-Top) über ihre eigenen Apps. Diese sind nicht nur kostenfrei, sondern auch schneller und informationsreicher als klassische SMS.

Der wichtigste Vorteil: die Sicherheit. SMS-Nachrichten sind anfällig für Smishing-Angriffe, App-Benachrichtigungen gelten als deutlich besser geschützt. Die aktuelle Bedrohungslage gibt den Banken recht: Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Smishing-Fälle um 162 Prozent. Auch Quishing – Betrug über manipulierte QR-Codes – legte im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent zu.

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Neue Regeln für Überweisungen

Die vietnamesische Zentralbank (SBV) hat parallel neue Sicherheitsvorgaben erlassen. Kunden können künftig individuelle Limits für Inlandsüberweisungen festlegen.

Für Transaktionen an neue Empfänger gilt ein Standardlimit von 400 Millionen VND. Eine obligatorische Wartezeit von mindestens 24 Stunden ist Pflicht. Kunden dürfen eigene Grenzwerte und Wartezeiten definieren – das Minimum von 24 Stunden bleibt jedoch bestehen. Die Banken müssen die Vorgaben bis zum 1. März 2027 umsetzen.

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Zinsdifferenzierung am Markt

Neben den neuen Sicherheitsregeln zeigt sich eine starke Spreizung bei den Einlagezinsen. Große Institute wie die Agribank oder Vietcombank bieten für zwölfmonatige Online-Einlagen rund 6,8 Prozent pro Jahr. Andere Banken locken mit Sonderaktionen von bis zu 10 Prozent für Großanleger.

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