Smartwatch und Herzschrittmacher: Magnetfelder können Implantate stören
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 22:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorgestellte Forschungsergebnisse zeigen, dass Smartwatches mit integrierter EKG-Funktion implantierte kardiale Geräte stören können.
Unter bestimmten Bedingungen vermögen die Magnetfelder der tragbaren Elektronik Herzschrittmacher oder Defibrillatoren zu beeinflussen. Kardiologen betonen daher, dass sowohl Patienten als auch behandelnde Ärzte über diese Wechselwirkungen informiert sein müssen, um gesundheitliche Risiken im Alltag zu minimieren.
Hersteller weisen auf Mindestabstände hin
Die Problematik magnetischer Interferenzen ist auch den Geräteherstellern bekannt. Der Technologiekonzern Apple weist in entsprechenden Hinweisen darauf hin, dass die von seinen Produkten erzeugten Magnetfelder implantierte Herzschrittmacher und Defibrillatoren beeinträchtigen können.
Als Schutzmaßnahme empfiehlt das Unternehmen einen generellen Sicherheitsabstand von mehr als 15 Zentimetern beziehungsweise 6 Zoll zu medizinischen Implantaten. Beim kabellosen Laden verdoppelt sich diese empfohlene Distanz auf über 30 Zentimeter oder 12 Zoll.
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Zu den potenziell betroffenen Produkten zählen laut dem Hersteller unter anderem das iPhone 12 mit MagSafe-Technologie, die Apple Watch samt magnetischer Armbänder, AirPods, iPads, der HomePod sowie Mac-Computer und Audioprodukte der Marke Beats. Betroffenen Nutzern wird geraten, die Verwendung im Verdachtsfall umgehend einzustellen und medizinisches Fachpersonal zu konsultieren.
Fehlerquellen und Grenzen der Sensorik
Neben den Magnetfeld-Interferenzen birgt auch die Interpretation von Smartwatch-Messungen Herausforderungen. Ein Unternehmenssprecher von Apple führte die meisten EKG-Probleme bei der Apple Watch 7 auf Fehlinterpretationen der Messwerte, ein fehlerhaftes Tragen der Uhr oder individuelle biometrische Abweichungen zurück.
Als konkrete Ursachen gelten eine ungenaue Platzierung der Elektroden, Kalibrierungsschwierigkeiten, Feuchtigkeit sowie Störeinflüsse durch externe elektronische Geräte. Zur Fehlerbehebung wird empfohlen, den Hautkontakt zu überprüfen, die Elektroden zu reinigen, die Koppelung mit dem Smartphone zu kontrollieren und die Gerätesoftware auf dem aktuellen Stand zu halten.
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Aus kardiologischer Sicht wird zudem verdeutlicht, dass Smartwatch-Daten eine eingehende klinische Untersuchung keinesfalls ersetzen können. Der klassische Brustgurt, der auf der Erfassung elektrischer Signale basiert, gilt weiterhin als Goldstandard für verlässliche Herzfrequenzmessungen.
Die in vielen Uhren verbauten optischen Sensoren weisen eine deutlich höhere Anfälligkeit für Störfaktoren auf, darunter sportliche Bewegungen, Schweißbildung oder eine suboptimale Positionierung am Handgelenk.
Mediziner mahnen an, vor jeder klinischen Beurteilung stets den genauen Gerätetyp zu berücksichtigen und auffällige Wellenformen mit den individuellen Symptomen und Umständen der Messung abzugleichen.
