Smartphone-Warnung, Apps

Smartphone-Warnung: 71 Apps stiehlen Daten von iOS und Android

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 14:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden und Sicherheitsfirmen melden neue Angriffswellen auf mobile Geräte und Computer. Betrüger nutzen gefälschte Apps, QR-Codes und Film-Downloads.

Cyberbedrohungen: Warnungen vor manipulierten Apps und QR-Codes
Ein leuchtendes digitales Schloss auf einem Smartphone-Bildschirm als Symbol für Cybersicherheit und Datendiebstahl. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts einer zunehmenden Bedrohungslage für Mobilfunknutzer wurde am heutigen Sonntag eine offizielle Warnung vor manipulierten Applikationen veröffentlicht. Diese Anwendungen zielen gezielt darauf ab, sensible Nutzerdaten von Geräten mit den Betriebssystemen iOS und Android zu entwenden. Die Maschen der Hintermänner reichen dabei von gefälschten Software-Downloads bis hin zu manipulierten QR-Codes und betrügerischen Behördenschreiben.

Massive Verstöße bei mobilen Applikationen in China

In China haben das Zentrale Cyberspace-Administrationsbüro sowie die Ministerien für Industrie und Informationstechnologie sowie für öffentliche Sicherheit eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Dabei identifizierten die Behörden insgesamt 71 mobile Apps, die gegen geltende Bestimmungen zum Schutz personenbezogener Daten verstoßen. Zu den betroffenen Anwendungen gehören unter anderem ???? (Nine Air), ??HD sowie ????.

Den Berichten zufolge wurden gravierende Mängel festgestellt, darunter das vollständige Fehlen von Datenschutzerklärungen sowie die unerlaubte Erfassung von Nutzerdaten ohne explizite Zustimmung. Infolge früherer Prüfverfahren seien zudem bereits 17 Applikationen aus den entsprechenden Marktplätzen entfernt worden.

Microsoft warnt vor komplexen „ClickFix“-Angriffen

Parallel dazu hat der Technologiekonzern Microsoft detaillierte Informationen zu einer aktuellen Angriffswelle namens „ClickFix“ veröffentlicht. Hierbei nutzen Angreifer manipulierte Websites und gefälschte CAPTCHA-Abfragen, um Schadsoftware auf Windows- und macOS-Systemen zu installieren. Eine Besonderheit dieser Kampagne ist die Nutzung der sogenannten EtherHiding-Technik: Die Steuerungszentrale der Angriffe wird über Smart Contracts auf der BNB Smart Chain organisiert.

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Die Angreifer missbrauchen für ihre Zwecke legitime Windows-Werkzeuge wie PowerShell, WMI, WebDAV und rundll32. Das Ziel ist die Infektion der Systeme mit Malware-Stämmen wie Lumma Stealer, XWorm, AsyncRAT, MintsLoader, MacSync oder Atomic Stealer. Diese Programme sind darauf spezialisiert, Browser-Passwörter, Krypto-Wallets und die Inhalte des Apple-Schlüsselbunds auszulesen. Experten raten dringend davon ab, unbekannte Befehlszeilen in Systemwerkzeuge zu kopieren oder auszuführen.

Film-Hype und QR-Codes als Einfallstor

Auch der Sicherheitsdienstleister Bitdefender beobachtet eine Zunahme von Cyberkriminalität, die aktuelle Popkultur-Themen ausnutzt. So wird derzeit der Hype um den Film „Die Odyssee“ (2026) missbraucht, um den Lumma Stealer zu verbreiten. Die Schadsoftware wird in vermeintlichen Film-Downloads mit Dateinamen wie „the odyssey 2026 1080p h264-djt.exe“ versteckt. Einmal ausgeführt, entwendet das Programm Passwörter, Cookies und Zahlungsdaten. Eine ähnliche Vorgehensweise stellten die Analysten bereits im Jahr 2025 im Zusammenhang mit dem Franchise „Mission: Impossible“ fest.

Zusätzlich warnt das chinesische Ministerium für Staatssicherheit vor betrügerischen QR-Codes. Die Täter nutzen demnach drei Hauptstrategien: die Installation von Malware über gefälschte Geschäftsabwicklungen, das physische Ersetzen von QR-Codes im öffentlichen Raum sowie das Platzieren von QR-Codes für angebliche Geschenke in der Nähe sensibler Einrichtungen. In einem weiteren aktuellen Fall wurden sogar Keramikbecher mit QR-Codes in unaufgefordert zugestellten Paketen versandt, um Empfänger zur Eingabe ihrer Bankdaten zu verleiten.

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Behörden und Experten mahnen zur Vorsicht

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) meldete am Wochenende zudem eine Welle von Betrugsversuchen per E-Mail, SMS und Brief. Unter dem Vorwand von Ordnungsgeldverfahren, Steuererstattungen oder IBAN-Bestätigungen versuchen Kriminelle, Zahlungen auf ausländische Konten zu erwirken. Das BZSt weist darauf hin, dass sprachliche Fehler, fehlende Kontaktdaten und verdächtige Links klare Erkennungsmerkmale für Betrug sind.

Zum Schutz vor diesen vielfältigen Bedrohungen empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Durchführung regelmäßiger Software-Updates sowie den Einsatz aktueller Virenschutzprogramme. Nutzer sollten bei jedem Download und beim Scannen von QR-Codes äußerste Vorsicht walten lassen. Bei Verdacht auf einen Betrugsversuch sollten umgehend die Bank und die zuständigen Polizeibehörden informiert werden.

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