Smartphone-Verzicht: Depressionssymptome sinken um bis zu 15%
28.05.2026 - 13:39:22 | boerse-global.deMai 2024 kostenlose und anonyme Erstberatungen für Jugendliche mit psychischen Problemen an. Das Projekt der Initiative Our Generation Z schafft niedrigschwellige „Safe Spaces“ – ohne Termin und ohne Voranmeldung. Die Mitarbeiter vermitteln bei Bedarf an Fachtherapeuten, beraten aber nicht selbst.
Hintergrund sind alarmierende Zahlen: Laut Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung zeigt ein Viertel der 8- bis 17-Jährigen psychische Auffälligkeiten. Ein DAK-Report belegt zudem, dass psychische Erkrankungen 2024 die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte bei 10- bis 19-Jährigen waren. Besonders betroffen: Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren. Ihre Angststörungen stiegen im Vergleich zu 2019 um 24 Prozent, die Zahl dauerhafter Behandlungen sogar um 83 Prozent.
Daniel Illy, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Brandenburg an der Havel, lobte die Initiative als wichtigen Kontaktpunkt – kritisierte aber gleichzeitig die Honorarkürzung für Psychotherapeuten um 4,5 Prozent.
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Smartphone-Verzicht verbessert Psyche deutlich
Eine große Studie des Anton-Proksch-Instituts und des ORF liefert nun wissenschaftliche Belege für den positiven Effekt von Digital-Detox. 46.000 Kinder und Jugendliche aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol nahmen teil. Rund 32.000 von ihnen verzichteten drei Wochen lang aufs Smartphone oder schränkten die Nutzung massiv ein.
Das Ergebnis: Depressionssymptome sanken in der Versuchsgruppe um 10 bis 15 Prozent. Schwere Symptome gingen von 2,9 auf 1,7 Prozent zurück. Die Schlafqualität verbesserte sich um rund 20 Prozent, das allgemeine psychische Wohlbefinden stieg um 18 Prozent. Vor dem Experiment wiesen 71 Prozent der Teilnehmer ein problematisches Internetnutzungsverhalten auf – nach der dreiwöchigen Pause waren es nur noch 58 Prozent.
Österreich plant Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige
Eine Umfrage unter 324 Behandlern der Initiative „Gesund aus der Krise“ untermauert die Dringlichkeit: 74 Prozent der Experten beobachten bei jungen Patienten einen problematischen Social-Media-Konsum. 82 Prozent der Jugendlichen seien nicht in der Lage, die Nutzung eigenständig zu beenden. 70 Prozent der Therapeuten berichten von Schlafbeeinträchtigungen, 75 Prozent sehen negative Einflüsse auf das Körperbild.
Österreichs Gesundheitsministerin Korinna Schumann kündigte daraufhin gesetzliche Maßnahmen an: Ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren soll bis Ende Juni konkretisiert werden. Für das Unterstützungsprojekt „Gesund aus der Krise“, das bereits über 54.000 junge Menschen betreut hat, stehen bis Juni 2027 Mittel in Höhe von 35,15 Millionen Euro bereit.
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Krankenkassen und internationale Akteure ziehen nach
Die Techniker Krankenkasse startet im Spätsommer das Modellprojekt „Mental²“. Workshops an Schulen in Berlin, Hamburg, Köln und Leipzig sollen durch digitale Angebote auf TikTok und Twitch ergänzt werden. Die Evaluation ist bis Mitte 2027 vorgesehen.
Auch international tut sich was: Die australische Regierung fördert die Früherkennung psychischer Erkrankungen bei Kindern mit 18,83 Millionen AUD. Die Organisation AFL PLAY macht die digitale Hilfe-Plattform MOST für junge Sportler zwischen 15 und 25 Jahren zugänglich. Und in Vietnam baut der Fußballverband VFF mit dem Phenikaa Universitätsklinikum sportmedizinische Rehabilitationsmodelle aus.
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