Smartphone-Verzicht: Depressionssymptome sinken um 30 Prozent
28.05.2026 - 21:48:20 | boerse-global.deZahlreiche aktuelle Projekte und Studien zeigen, wie Kommunen, Kitas und Schulen gegensteuern – mit messbaren Erfolgen.
Motorik-Fortschritte in Kitas belegt
Ein Langzeitprojekt im Landkreis Gifhorn liefert konkrete Zahlen. Unter dem Titel „Bin ich auch noch klein – Bewegung muss sein“ untersuchte Prof. Dr. Susanne Klotz vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die motorische Entwicklung von 216 Kindern in vier DRK-Kitas. Die Ergebnisse: Die Grobmotorik der Drei- bis Sechsjährigen verbesserte sich signifikant.
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Seit Projektstart 2018 erreichte die Initiative bereits 780 Kinder in zwölf Einrichtungen. Bis 2027 soll die Zahl auf 1.100 steigen. Finanziert wird das Angebot von der Audi BKK – für die Kitas ist die Teilnahme kostenfrei.
Auch in Lügumkloster setzt man auf frühe Bewegung. Im Mai 2026 veranstaltete der Deutsche Kindergarten einen organisierten Lauf. Die Kinder wurden in Gruppen eingeteilt und sammelten spielerisch erste Lauferfahrungen.
Kommunen setzen auf niedrigschwellige Angebote
Neben Kita-Programmen entstehen neue Konzepte im öffentlichen Raum. In Augsburg startet Anfang Juni ein kostenfreies Bewegungsprogramm. Acht Grünanlagen bieten bis Oktober rund 150 Kurse – von Yoga bis Power-Workout. Eine Anmeldung ist nicht nötig, alle Altersgruppen sind willkommen.
In Warnemünde beginnt im Sommer das Pilotprojekt „Thalasso am Morgen“. Täglich eine halbe Stunde Gymnastik, Mobilisation und Atemtechniken direkt am Strand.
Wie kommt man ohne Elterntaxi zur Schule? Eine Grundschule in Hamburg-Lokstedt setzt auf den „Schulexpress“. Acht feste Haltestellen wurden eingerichtet, von denen aus Kinder gemeinsam zur Schule laufen. Das Modell stammt ursprünglich aus Bremen und wird inzwischen bundesweit an über 200 Schulen umgesetzt.
Handyverzicht senkt Depressionssymptome um 30 Prozent
Bewegung allein reicht nicht – der Medienkonsum spielt eine entscheidende Rolle. Ein großangelegtes Experiment mit über 45.000 Schülern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol zeigt: Nach drei Wochen ohne Smartphone sanken die Depressionssymptome um rund 30 Prozent. Schlafstörungen gingen um mehr als 20 Prozent zurück, das psychische Wohlbefinden stieg um 18 Prozent.
Das Anton Proksch Institut begleitete die Auswertung. Ergebnis: Rund 74 Prozent der jungen Nutzer zeigten vor dem Experiment einen problematischen Social-Media-Konsum. Eine Schule in Berlin-Köpenick zog bereits Konsequenzen und führt ab dem kommenden Schuljahr ein generelles Handyverbot ein.
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Ernährung, Genomik und Blicksteuerung: Weitere Erkenntnisse
Die Kindergesundheit umfasst mehr als Bewegung und Medien. Ein Pilotmodell in Vietnam testete im Schuljahr 2020/2021 standardisierte Schulmahlzeiten in zehn Provinzen. Die durchschnittliche Körpergröße der teilnehmenden Vorschulkinder stieg von 105,6 cm auf 109,23 cm.
In der pädiatrischen Onkologie gibt es Fortschritte durch Genom-Analysen. Forscher der Universität Birmingham fanden heraus: Ein spezifischer Aneuploidie-Score im Tumorgenom kann vorhersagen, wie gut junge Patienten auf bestimmte Wirkstoffkombinationen ansprechen.
Und selbst die Steuerung der Augenbewegungen liefert neue Einblicke. Eine in Nature Neuroscience veröffentlichte Studie der Universität Osnabrück und des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften zeigt: Die Verweildauer des Blicks wird weniger durch die Bildkomplexität bestimmt als durch die Entscheidung des Gehirns, Informationen ins Gedächtnis zu überführen.
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