Smartphone-Sperre: Brick sperrt Apps per Plastikblock für 60 Euro
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 19:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-amerikanische Unternehmen Brick verfolgt einen neuen technologischen Ansatz, um die Smartphone-Nutzung seiner Kunden zu regulieren. Mit einem physischen Kunststoffblock, der mittels Nahfeldkommunikation (NFC) Anwendungen auf Mobilgeräten sperrt, reagiert der Anbieter auf das wachsende Bedürfnis nach digitaler Abstinenz.
Während das Konzept in sozialen Netzwerken derzeit für Aufmerksamkeit sorgt, führen die Preisgestaltung und verfügbare technische Alternativen zu Diskussionen in der Branche.
Die Funktionsweise des Systems basiert auf einer engen Verknüpfung von Hardware und Software. Der kleine Plastikblock dient als physischer Schlüssel: Sobald das Smartphone das Gerät berührt, werden zuvor definierte Applikationen oder Webseiten gesperrt oder wieder freigegeben.
Laut Herstellerangaben ist das System sowohl mit dem Betriebssystem Android als auch mit iOS kompatibel. Nutzer können dabei bis zu zehn verschiedene Modi konfigurieren, um den Zugriff auf ablenkende Inhalte individuell an unterschiedliche Alltagssituationen – etwa die Arbeitszeit oder die Nachtruhe – anzupassen.
Um die Disziplin der Anwender zu unterstützen, ist das System mit Hürden für die Entsperrung versehen. Dennoch sieht das Konzept für unvorhergesehene Situationen eine begrenzte Flexibilität vor. Insgesamt stehen den Nutzern fünf sogenannte „Emergency Unbricks“ zur Verfügung, die eine vorzeitige Aufhebung der Sperre ermöglichen, ohne dass der physische Block in Reichweite sein muss.
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Mit einem Verkaufspreis von über 60 Euro positioniert Brick sein Produkt im gehobenen Segment für Produktivitäts-Gadgets. Diese Preispolitik wird jedoch kritisch betrachtet. Marktbeobachter verweisen darauf, dass die zugrunde liegende NFC-Technologie kostengünstig verfügbar ist.
Das Unternehmen setzt bei der Vermarktung dennoch massiv auf Social-Media-Kanäle, um eine Zielgruppe anzusprechen, die eine physische Barriere als wirksamer empfindet als rein softwarebasierte Lösungen zur Begrenzung der Bildschirmzeit.
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Brick ist mit dieser Idee jedoch nicht allein auf dem Markt. Das Konkurrenzprodukt Locked bietet eine vergleichbare Lösung zur App-Sperrung per NFC an, wird jedoch mit einem Preis von etwa 40 Euro deutlich günstiger gelistet.
Für Anwender mit technischem Interesse besteht zudem die Möglichkeit, auf den Kauf spezialisierter Hardware gänzlich zu verzichten. Da die Kernfunktion auf einem herkömmlichen NFC-Chip basiert, lässt sich ein solcher Sperrmechanismus mit entsprechendem Fachwissen und geringem Materialeinsatz auch im Eigenbau (DIY) realisieren.
Das Erscheinen solcher Gadgets markiert einen Trend in der Unterhaltungselektronik, bei dem physische Objekte genutzt werden, um digitale Gewohnheiten zu beeinflussen. Ob sich der hohe Preis für den spezialisierten Kunststoffblock von Brick langfristig gegenüber günstigeren Wettbewerbern oder Do-it-yourself-Lösungen durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.
