Smartphone-Sicherheit: KI-Phishing trifft 54% der Nutzer
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 08:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Angreifer setzen zunehmend auf generative KI und manipulierte Software-Updates, um an Krypto-Wallets und Bankkonten zu gelangen. Die Klickraten bei KI-gestützten Phishing-Kampagnen sind massiv gestiegen.
Bithumb warnt vor gefälschten Trading-Apps
Die Krypto-Börse Bithumb veröffentlichte heute einen Leitfaden zur Prävention von Betrug durch gefälschte Handels-Apps. Diese Applikationen wirken zunächst unauffällig und voll funktionsfähig. Erst durch spätere Aktualisierungen werden schadhafte Funktionen implementiert.
Nutzer sollen Software ausschließlich über offizielle Webseiten oder verifizierte App-Stores beziehen. Auch der Name des Entwicklers sollte genau geprüft werden. Verdachtsmomente: ungewöhnlich hoher Akku- oder Datenverbrauch sowie Berechtigungen, die für den Dienst nicht erforderlich sind.
KI-Phishing erreicht neue Dimensionen
Durch generative Künstliche Intelligenz ist die Klickrate bei Phishing-Mails auf 54 Prozent gestiegen. Klassische Methoden erzielen lediglich Raten von etwa 12 Prozent. Sicherheitsforscher identifizierten im Juli 2026 mit „JADEPUFFER“ zudem den ersten autonomen Ransomware-Angriff.
Im mobilen Bereich verschärft sich die Lage ebenfalls. Mit „PromptSpy“ wurde die erste Android-Malware entdeckt, die generative KI nutzt. Das zweite Quartal 2026 verzeichnete einen Rekordwert bei Hacks im Kryptosektor.
Neben bekannten Banking-Trojanern wie Anatsa, Crocodilus und Hook rücken vermehrt Quishing-Angriffe in den Fokus. Diese Phishing-Variante via QR-Code machte im ersten Halbjahr bereits elf Prozent aller Phishing-E-Mails aus.
Gezielte Kampagnen gegen Bankkunden
Die Klickrate bei KI-Phishing ist auf 54 Prozent gestiegen – klassische Methoden schaffen nur 12 Prozent. Gefälschte Trading-Apps, Quishing und SIM-Swapping bedrohen Ihr Konto und Ihre Krypto-Wallets. Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie Angriffe erkennen und im Ernstfall richtig reagieren. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Guide anfordern
In Deutschland warnen Verbraucherschützer aktuell vor Phishing-Wellen gegen Kunden der DKB und der Sparkassen. Eine gefälschte E-Mail im Namen der DKB suggeriert, dass eine App-Registrierung am 15. Juli ablaufe. Bei den Sparkassen nutzen Angreifer die laufende Umstellung von der S-ID-Check-App auf die S-pushTAN-App aus.
Im Kryptobereich wurden manipulierte Google-Anzeigen beobachtet, die die Plattform Uniswap imitieren. Auch beim Krypto-Dienstleister Lobstr und der Plattform Crypto.com kommt es zu Betrugsversuchen durch gefälschte Support-Anfragen oder SMS.
Ein Datenleck bei einem großen Einzelhändler am 10. Juli dient Kriminellen zudem als Basis für personalisierte SIM-Swapping-Angriffe. Dabei wurden Namen und Telefonnummern entwendet.
Internationale Maßnahmen gegen Cyberkriminalität
Regulierungsbehörden weltweit reagieren mit verschärften Sicherheitsvorgaben. In Singapur ist seit dem 1. Juli ein Passkey-System für über 1.400 Dienste verpflichtend. In Hongkong untersagte die Aufsichtsbehörde SFC Brokern die Nutzung von SMS-TANs innerhalb der nächsten zwölf Monate.
Japan verzeichnete für den Zeitraum 2025-2026 unautorisierte Handelsgeschäfte im Volumen von über 676 Milliarden Yen. In der Rechtsprechung zeichnet sich ein verbraucherfreundlicher Trend ab. Ein Urteil in Belgien sieht vor, dass Banken bei Phishing-Vorfällen haften müssen – sofern sie dem Kunden keine extreme Fahrlässigkeit nachweisen können.
Schutzmaßnahmen und erste Erfolge
Betrüger nutzen die Umstellung auf S-pushTAN und gefälschte Uniswap-Anzeigen, um an Ihre Zugangsdaten zu gelangen. Mit der Schritt-für-Schritt-Notfallanleitung in diesem Report bleiben Sie handlungsfähig – von der Erkennung bis zur Wiederherstellung. Notfall-Guide jetzt sichern
Experten raten betroffenen Nutzern im Falle einer Infektion zur sofortigen Trennung aller Netzwerkverbindungen. Konten sollten gesperrt und die betroffenen Geräte auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Zur Sicherung von Krypto-Vermögen wird die Verwendung von Hardware-Wallets empfohlen.
Die internationale Polizeioperation „First Light“ zeigt erste Erfolge: 5.800 Verdächtige wurden festgenommen, Vermögenswerte in Höhe von 270 Millionen Euro sichergestellt.
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