Smartphone-Sicherheit: Hacker sperren Geräte per Fernzugriff
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsforscher der Michigan State University haben eine kritische Schwachstelle in den Diebstahlschutz-Mechanismen von Mobilfunkanbietern identifiziert. Wie aus einem Fachbericht vom 11. September 2026 hervorgeht, lassen sich diese Funktionen aus der Ferne missbrauchen, um fremde Mobilgeräte unbefugt lahmzulegen.
Die Problematik betrifft demnach nicht nur herkömmliche Smartphones, sondern erstreckt sich auch auf sicherheitsrelevante Infrastrukturen wie Alarmanlagen, die auf Mobilfunkverbindungen angewiesen sind.
Die Experten der Universität führten für ihre Untersuchung experimentelle Angriffe auf reale 4G- und 5G-Mobilfunknetze durch. Dabei stellten sie fest, dass die Mechanismen, die eigentlich dazu gedacht sind, gestohlene Geräte für unbefugte Nutzer unbrauchbar zu machen, erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen.
Durch die Ausnutzung dieser Lücken sei es möglich, die Kontrolle über den Status eines Endgeräts im Netzwerk zu erlangen und dieses dauerhaft zu sperren, ohne dass der rechtmäßige Besitzer eingreifen kann.
Experimentelle Sperrung noch vor Verkaufsstart
Ein besonders markantes Beispiel für die Tragweite dieser Schwachstelle lieferten die Forscher im Rahmen eines Tests mit einem Samsung Galaxy Z Fold7. Den Angaben zufolge gelang es dem Team, die spezifische Gerätekennung dieses Modells bereits vor dessen offizieller Markteinführung zu beschaffen.
Unter Nutzung dieser Kennung konnten sie das Gerät im Mobilfunknetz sperren, ohne physischen Zugriff darauf zu haben oder vom Eigentümer autorisiert worden zu sein. Dieser Vorgang verdeutliche, dass selbst neueste Hardware-Generationen gegen diese Form des Fernzugriffs nicht immun sind.
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Die Ursache für die Anfälligkeit der Systeme liegt laut dem Bericht in der Umsetzung der Identitätsprüfung durch die Netzbetreiber. Es bestünden uneinheitliche Standards bei den Identitätschecks, wenn Anfragen zur Sperrung von Geräten eingehen.
Diese Inkonsistenz ermögliche es potenziellen Angreifern, den Schutzmechanismus gegen die Nutzer selbst zu wenden. Da viele Mobilfunkanbieter keine ausreichend strengen oder einheitlichen Verifizierungsverfahren anwenden, können die für den Diebstahlschutz vorgesehenen Protokolle manipuliert werden, um Geräte fälschlicherweise als gestohlen zu markieren.
Risiken für Sicherheitssysteme und Alarmanlagen
Die Auswirkungen dieser Entdeckung gehen über den privaten Smartphone-Markt hinaus. Da auch viele moderne Sicherheitssysteme und Alarmanlagen für ihre Kommunikation mit Notrufzentralen auf Mobilfunkverbindungen setzen, stellen diese Schwachstellen ein potenzielles Risiko für die physische Sicherheit dar.
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Sollten Angreifer die Mobilfunkanbindung solcher Systeme über den missbräuchlichen Diebstahlschutz deaktivieren, könnten Alarme unterdrückt oder kritische Warnmeldungen verhindert werden.
Branchenexperten sehen in den uneinheitlichen Prüfprozessen der Provider ein systemisches Risiko für die Mobilfunkinfrastruktur. Solange die Identitätsfeststellung bei Sperranfragen nicht durchgängig abgesichert und standardisiert ist, bleibt die Diebstahlschutz-Funktion ein Instrument, das für Denial-of-Service-Angriffe gegen Endnutzer und Infrastrukturbetreiber missbraucht werden kann. Eine koordinierte Reaktion der Mobilfunkanbieter zur Schließung dieser Sicherheitslücken steht laut den vorliegenden Informationen noch aus.
