Smartphone-Sicherheit, Device-Code-Phishing

Smartphone-Sicherheit: Device-Code-Phishing verfünfzehnfacht

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 08:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden melden drastischen Anstieg von Device-Code-Phishing und Vishing. Sicherheitslücken bei Passkeys und Hotel-WLANs erhöhen das Risiko für Nutzer.

Sicherheitswarnung: Explosion bei Smartphone-Angriffen und Passkey-Schwachstellen
Ein Smartphone auf einem Schreibtisch mit Bluetooth-Symbol, das Sicherheitsrisiken und Cyber-Bedrohungen durch Peripheriegeräte symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts einer veränderten Bedrohungslage warnen Behörden vor massiv steigenden Angriffen auf Smartphones und deren Zubehör. Besonders betroffen: Bluetooth-Schnittstellen und verknüpfte Geräte.

Device-Code-Phishing explodiert

Ein aktueller Branchenbericht zeigt eine dramatische Entwicklung: Das sogenannte Device-Code-Phishing hat sich im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2025 verfünfzehnfacht. Angreifer nutzen dabei Authentifizierungsprozesse aus, um Zugriff auf Konten zu erlangen. Auch Vishing – Phishing über Sprachanrufe – verzeichnete eine Verdopplung der Fallzahlen.

Analysten führen den Trend auf professionell organisierte Gruppen zurück. Genannt werden Akteure wie Cozy Bear, Cordial Spider und Snarky Spider. Bereits zwischen 2024 und 2025 stiegen Vishing-Angriffe um 134 Prozent – der Trend zur Manipulation von Nutzern hält also an.

Passkeys unter Beschuss

Neben Social Engineering rücken technische Schwachstellen bei digitalen Identitäten in den Fokus. Sicherheitsexperten von Palo Alto Networks dokumentierten Angriffe auf Passkeys unter Windows und Chrome. Unter den Namen „Pass-ta-key“, „Silver“ und „Golden“ extrahieren Angreifer Sicherheitsmerkmale. Besonders kritisch: Die „Golden“-Variante liest ein nicht rotierbares Sicherheitsgeheimnis aus.

Während Plattformen wie GitHub als gut geschützt gelten, zeigten sich andere Dienste wie eBay anfälliger. Auch die Kopplung von Peripheriegeräten wird zum Risiko. Bei WhatsApp häufen sich Betrugsfälle über die Funktion „Verknüpfte Geräte“. Angreifer nutzen präparierte QR-Codes oder Täuschungsmanöver wie den „Vote for my friend“-Scam. In Rostock leisteten Kontakte eines Opfers Zahlungen von über 3.000 Euro an Betrüger.

Anzeige

Die zunehmenden Angriffe auf Authentifizierungsmethoden zeigen, wie wichtig eine sichere Anmeldung ohne klassische Passwörter geworden ist. Dieser kostenlose Report erklärt, wie Sie Passkeys bei Diensten wie WhatsApp oder Amazon einrichten und sich so effektiv vor Datenklau schützen. Passkey-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen

Gefahr im Hotel-WLAN

Auch die Infrastruktur für Smartphone-Peripherie gerät ins Visier. Microsoft warnt vor der Kampagne „CaptiveCrunch“, die gezielt Hotel-WLANs angreift. Die der russischen Gruppe Storm-2945 zugeschriebenen Aktivitäten manipulieren DNS- und HTTP-Verbindungen, um Malware wie „CornFlake“ oder „ChocoShell“ zu verbreiten.

Zusätzlich nehmen Angriffe über gefälschte Software-Updates zu. Kampagnen wie „SMOKE#SCREEN“ tarnen sich als Updates für gängige Kommunikationstools und installieren unbemerkt Fernwartungssoftware. Seit Frühjahr 2026 verbreiten Angreifer zudem Stealer-Software über manipulierte Installationsprogramme in Gaming-Foren.

Anzeige

Wer sich vor manipulierten Updates und dem Ausspähen sensibler Daten schützen möchte, benötigt eine klare Sicherheitsstrategie für sein Mobilgerät. Ein gratis PDF-Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone sofort wirksam gegen Hacker absichern. 5 Sicherheitsmaßnahmen für Ihr Smartphone entdecken

Neue Bluetooth-Hardware trotz Sicherheitsbedenken

Das Ökosystem an Bluetooth-Zubehör wächst trotz der Risiken weiter. Mehrere Produkte stehen in den Startlöchern:

  • Tracker: Der „FindMe Tag“ soll europäische Vorgaben zur Batteriewechselbarkeit erfüllen. Zudem gibt es Hinweise auf einen baldigen Start des „Google Pixel Tag“ mit Integration ins Find-Hub-Netzwerk.
  • Wearables: Neue Open-Ear-Kopfhörer mit Titan-Bügeln und Bluetooth 5.4 starten im Spätsommer.
  • Chips: Silicon Labs kündigte Bluetooth-SoCs mit integrierten Sicherheitsfunktionen wie „Secure Vault High“ an. Erste Produktionshardware wird für 2027 erwartet.

Experten empfehlen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung konsequent zu nutzen und verknüpfte Geräte regelmäßig in den App-Einstellungen zu prüfen. In öffentlichen Bereichen sollten Nutzer bevorzugt mobile Daten oder VPN-Dienste verwenden. Auf Browser-basierte Updates sollten sie verzichten, um manipulierte Captive-Portale zu umgehen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69918051 |