Smartphone-Sicherheit, Millionen

Smartphone-Sicherheit: 2,67 Millionen Angriffe im ersten Quartal

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Millionen Schadsoftware-Angriffe und steigende Krypto-Diebstähle bedrohen Smartphone-Nutzer. Das BKA geht erfolgreich gegen Phishing-Plattformen vor.

Smartphone-Sicherheit: Millionen Angriffe und neue Betrugsmethoden
Ein modernes Smartphone auf einem Café-Tisch bei Nacht vor einem verschwommenen, belebten Stadthintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Millionen Schadsoftware-Angriffe, steigende Diebstähle und immer raffiniertere Betrugsmethoden: Das Smartphone wird zur Zielscheibe der Kriminalität.

2,67 Millionen Angriffe – und das nur im ersten Quartal

Die Zahlen sind alarmierend. Laut einer Untersuchung von Kaspersky wurden allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 rund 2,67 Millionen Schadsoftware-Angriffe auf Mobilgeräte blockiert. Hinzu kommen 306.000 neu entdeckte Schadprogramme.

Der Grund für die steigende Bedrohung liegt auf der Hand: Immer mehr Menschen nutzen ihr Smartphone als zentrales Gerät für den Internetzugang – rund 60 Prozent der Nutzer. Bei der Generation Z sind es sogar 67 Prozent. Und auf diesen Geräten lagert eine Menge sensibles Material.

Diebe haben es auf Krypto-Besitzer abgesehen

Rund 41 bis 43 Prozent der Anwender speichern Ausweiskopien auf dem Handy. 40 Prozent verwalten ihre Finanzen mobil, 39 Prozent greifen auf geschäftliche E-Mails zu. Eine wahre Schatzkiste für Kriminelle.

Doch nicht nur digital wird geklaut. Die Bayerische Polizei meldet mehrere Vorfälle in den vergangenen Tagen: einen Smartphone-Diebstahl in einer Bar und einen Trickdiebstahl in der Augsburger Innenstadt mit einem Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich.

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Besonders brutal wird es bei Krypto-Besitzern. Laut CertiK gab es im ersten Halbjahr 2026 weltweit 52 physische Angriffe auf Krypto-Inhaber – ein Anstieg von 33 Prozent. Der Gesamtschaden: 124 Millionen US-Dollar. Kriminelle nutzen On-Chain-Daten oder geleakte Datenbanken, um wohlhabende Opfer gezielt zu identifyzieren. Die meisten Übergriffe gab es in Frankreich (33 Fälle).

BKA legt Phishing-Plattformen lahm

Ermittler konnten jedoch Erfolge verbuchen. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat gemeinsam mit internationalen Partnern die Phishing-Plattformen „Kratos“ und „Tycoon2FA“ lahmgelegt.

Kratos war ein sogenannter Phishing-as-a-Service-Dienst und soll seit 2024 rund 300.000 Euro erbeutet haben. In Pakistan wurden zwölf Personen festgenommen, über 96.000 manipulierte Banking-Apps sichergestellt. Die Plattformen ermöglichten es rund 1.800 Nutzern, monatlich bis zu 15.000 Phishing-Kampagnen durchzuführen.

Besonders perfide: KI-gestützte Phishing-Methoden erreichen mittlerweile Erfolgsquoten von bis zu 54 Prozent und umgehen selbst Multi-Faktor-Authentifizierungen.

Sicherheitslücken in Android 16 und iOS

Die Bedrohungslage wird durch technische Schwachstellen verschärft. Eine Sicherheitslücke in Android 16 ermöglichte die Umgehung der PIN-Sperre. Auch MediaTek-Chipsätze waren betroffen. Apple-Nutzer traf der „DarkSword-Exploit“, der sechs Zero-Day-Lücken bis zur iOS-Version 26.3 ausnutzte.

Und wer ein älteres Samsung-Gerät besitzt, sollte aufpassen: Seit dem 21. Juli 2026 stellt Samsung keine Sicherheitsupdates mehr für die Modelle Galaxy A03s, A52s, F42 5G und M32 5G bereit. Geräte ohne aktuelle Patches sind besonders anfällig.

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So schützt du dein Smartphone

Sicherheitsexperten raten zu starken Zugangscodes mit mindestens sechs Ziffern und biometrischen Merkmalen wie Face ID. Im Falle eines Verlusts: Die Funktion „Wo ist?“ aktivieren und das Gerät zunächst als verloren markieren, anstatt sofort eine Fernlöschung einzuleiten – das erhält die Ortbarkeit. Und notiere dir die IMEI-Nummer deines Geräts. Damit lässt es sich nach einem Diebstahl identifizieren.

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