Smartphone-Sicherheit, Lücken

Smartphone-Sicherheit: 184 neue Lücken täglich, NFC-Angriffe +188%

31.05.2026 - 15:51:15 | boerse-global.de

Sicherheitsforscher decken ChatGPhish-Angriff auf ChatGPT auf. Kriminelle nutzen Markdown-Renderer für Datendiebstahl.

Smartphone-Sicherheit: 184 neue Lücken täglich, NFC-Angriffe +188% - Foto: über boerse-global.de
Smartphone-Sicherheit: 184 neue Lücken täglich, NFC-Angriffe +188% - Foto: über boerse-global.de

Cyberkriminelle nutzen den Markdown-Renderer von ChatGPT aus, um automatisch Bilder zu laden und schädliche Links zu aktivieren. In diese KI-generierten Zusammenfassungen betten sie QR-Codes oder gefälschte Systemwarnungen ein – mit dem Ziel, sensible Nutzerdaten abzugreifen.

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Explosionsartiger Anstieg bei NFC-Angriffen

Die Bedrohungslage für Smartphone-Nutzer hat sich massiv verschärft. Laut Kaspersky stiegen NFC-basierte Angriffe auf Android-Geräte von Januar bis April um 188 Prozent. Allein in der Region Hamm entstand Ende Mai ein Schaden von über 10.000 Euro. Betroffen waren Kunden der Deutschen Bank, Commerzbank und ING.

Das FBI beobachtet parallel eine Zunahme spezialisierter Betrugskampagnen. Seit August 2025 identifizierten die Ermittler rund 4.300 betrügerische Domains im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2026. Die Schadenssummen durch Ticketbetrug könnten auf bis zu 474 Millionen US-Dollar steigen. Auch im DACH-Raum eskaliert die Lage: Eine Deloitte-Umfrage zeigt, dass sich Ransomware-Attacken in Österreich seit 2024 verdoppelt haben. 97 Prozent der befragten Großunternehmen meldeten 2025 mindestens einen Sicherheitsvorfall.

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Neue Schutzmechanismen gegen Sitzungsdiebstahl

Angreifer werden immer professioneller – im Schnitt registrieren Experten derzeit 184 neue Sicherheitslücken pro Tag. Google reagiert: Ende Mai startete der Rollout der „Device Bound Session Credentials“ (DBSC) für Chrome. Das Verfahren bindet Sitzungscookies kryptografisch an die Hardware des Nutzers und verhindert so den Diebstahl durch Schadsoftware.

Das britische NCSC empfiehlt verstärkt den Einsatz von Passkeys. Diese biometrisch geschützten Zugangsschlüssel basieren auf Public-Key-Kryptografie und sollen Passwörter ersetzen. Die indische Zentralbank meldet: Die Umstellung auf FIDO-basierte Verfahren senkte die Betrugsrate um bis zu 50 Prozent.

Nutzerverhalten bleibt Schwachstelle

Trotz technischer Fortschritte hapert es an der Umsetzung. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag des eco-Verbands zeigt: 74 Prozent der Befragten halten ihre Passwörter für sicher – aber nur 32 Prozent nutzen bereits Passkeys. Experten des Hasso-Plattner-Instituts raten dringend zu Passwort-Managern und Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Der Grund: Neue Plattformen wie „Kali365“ bieten bereits Mechanismen, um herkömmliche Multi-Faktor-Authentifizierungen via OAuth 2.0 zu umgehen. Der Kampf zwischen Sicherheit und Betrug bleibt ein Wettlauf – und die Angreifer liegen derzeit vorne.

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