Smartphone-Schadsoftware: Infektionen steigen im Sommer um 34 Prozent
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf russischen Smartphones ist im Sommer 2026 deutlich mehr Schadsoftware entdeckt worden als im Vorjahr. Wie aus aktuellen Auswertungen des Cyberbedrohungs-Monitorings des Telekommunikationsanbieters MegaFon hervorgeht, stieg die Zahl der Nutzer, auf deren Mobilgeräten Schadprogramme identifiziert wurden, im Vergleich zum Sommer 2025 um 34 Prozent. Vor allem Android-Trojaner dominierten das Bedrohungsgeschehen in den warmen Monaten.
Android-Trojaner treiben Infektionszahlen nach oben
Zwischen Juni und August 2026 machten sogenannte Android-Trojaner die Hauptbedrohung für mobile Endgeräte aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legten die Infektionen mit diesen schädlichen Programmen um 34 Prozent zu.
Besonders stark fiel der Zuwachs im Spätsommer aus: Im August 2026 verzeichnete das Monitoring ein Plus von 77 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat August 2025, wobei erneut überwiegend Android-Trojaner für die Infektionen verantwortlich waren.
Die Experten von MegaFon beobachten dabei eine spürbare Verschiebung der Angriffsmethoden von Kriminellen. Nach Einschätzung von Sergej Chrenow, Direktor der Abteilung für Betrugsprävention bei MegaFon, vollzieht sich derzeit ein Wechsel der Betrugstaktik bei Mobilgeräten weg von klassischen Telefonanrufen und hin zu technischer Manipulation über Schadprogramme und Webseiten.
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Starker Rückgang bei betrügerischen Telefonaten
Parallel zur Zunahme bösartiger Apps ging das Aufkommen manipulierter Anrufe massiv zurück. Im Juli 2026 sank die Zahl der blockierten verdächtigen Anrufe im Jahresvergleich um 41 Prozent. Im August 2026 betrug das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar 75 Prozent.
Dieser Abwärtstrend setzte sich im September 2026 fort: Gegenüber August 2026 verringerte sich die Menge blockierter Anrufe um weitere 3 Prozent, was einem Einbruch von 73 Prozent im Vergleich zum September 2025 entsprach.
Auch die zeitliche Verteilung änderte sich grundlegend. Während im Sommer 2025 noch mehr als 50 Prozent aller in den drei Sommermonaten blockierten Anrufe auf den August entfallen waren, verteilte sich das Aufkommen im Sommer 2026 gleichmäßig über den gesamten Dreimonatszeitraum.
Phishing-Schwerpunkte und vorinstallierte Bedrohungen
Neben bösartigen Installationsdateien setzen Angreifer weiterhin auf gefälschte Internetseiten, um Anwender zu täuschen. Im Sommer 2026 entfielen 30 Prozent der erfassten Phishing-Seiten auf angebliche Investitions- und Kryptoangebote.
Angebote rund um soziale Netzwerke und Messenger machten 21 Prozent der gefälschten Seiten aus. Manipulierte APK-Dateien zur direkten App-Installation zeichneten für 9 Prozent verantwortlich, gefolgt von gefälschten Zahlungs-Gateways mit 8 Prozent sowie Falschnachrichten mit 7 Prozent.
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Zusätzliche Risiken entstehen für Verbraucher durch Sicherheitsmängel in den Lieferketten. Im Herbst 2026 geriet eine internationale Kampagne in den Fokus, bei der vorinstallierte Malware auf günstigen chinesischen Smartphones entdeckt wurde. Die betroffenen Modelle wurden in 150 Ländern verbreitet und gelangten auch über Marktplätze in Russland in den Umlauf.
