Smartphone-Krise, Absatz

Smartphone-Krise: Absatz minus 13,9 Prozent, Preise auf Rekord

28.05.2026 - 13:51:15 | boerse-global.de

IDC prognostiziert 13,9 Prozent weniger Smartphone-Verkäufe für 2026. Chipkrise und geopolitischer Konflikt belasten den Markt.

Smartphone-Krise: Absatz minus 13,9 Prozent, Preise auf Rekord - Foto: über boerse-global.de
Smartphone-Krise: Absatz minus 13,9 Prozent, Preise auf Rekord - Foto: über boerse-global.de

Aktuelle Prognosen des Marktforschungsinstituts IDC rechnen für 2026 mit einem Absatz von nur noch rund 1,09 Milliarden Geräten – ein Minus von 13,9 Prozent. Damit fällt die Prognose noch düsterer aus als die ursprünglich erwarteten 12,9 Prozent Rückgang.

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Chipkrise und Geopolitik als doppelte Belastung

Zwei Faktoren treiben die Branche in die Krise: Die anhaltende Knappheit bei Speicherchips und der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Die Blockade der Straße von Hormus hat globale Handelsrouten empfindlich gestört und treibt die Ölpreise in die Höhe. Gleichzeitig sorgt die explosionsartig gestiegene Nachfrage nach KI-Speicherkomponenten für massive Lieferengpässe.

Die Folgen spüren die Verbraucher direkt am Geldbeutel. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Smartphones klettert auf Rekordniveau: Statt der ursprünglich prognostizierten 523 Dollar müssen Käufer in diesem Jahr voraussichtlich 550 Dollar hinblättern. Die Hersteller geben die gestiegenen Produktionskosten eins zu eins weiter. Paradoxerweise steigt der Gesamtwert des Marktes trotz sinkender Stückzahlen um 3,8 Prozent.

Licht und Schatten in den Segmenten

Ein Blick auf die einzelnen Preiskategorien zeigt ein gespaltenes Bild. Während das Premiumsegment mit faltbaren Geräten um 20 Prozent zulegt, steckt der Einstiegsbereich in einer tiefen Krise. Geräte unter 100 Dollar – immerhin 170 Millionen Einheiten – gelten für die Hersteller zunehmend als unrentabel.

Die großen Player der Branche kommen unterschiedlich durch die Krise. Apple schneidet mit einem prognostizierten Rückgang von 5,2 Prozent noch vergleichsweise gut ab. Die anhaltende Nachfrage nach der iPhone-17-Serie könnte Apples Marktanteil auf rekordverdächtige 22 Prozent treiben. Samsung profitiert von einer stabileren Speicherchip-Versorgung als die Konkurrenz und gewinnt ebenfalls Marktanteile. Im ersten Quartal 2026 lagen beide Hersteller mit jeweils rund 21 Prozent weltweit gleichauf.

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Die zehn meistverkauften Modelle – dominiert von Apples iPhone-17- und iPhone-16-Reihen sowie Samsungs Galaxy-A-Serie – erzielten im ersten Quartal einen Rekordanteil von 25 Prozent aller Verkäufe. Das zeigt die zunehmende Konzentration auf wenige Erfolgsmodelle.

Huawei baut auf eigenes Ökosystem

Der chinesische Hersteller Huawei setzt weiter auf Unabhängigkeit. Die Auslieferungen von Geräten mit dem hauseigenen Betriebssystem HarmonyOS sollen 2026 auf 62 Millionen Einheiten steigen. Im ersten Quartal sicherte sich HarmonyOS bereits fünf Prozent des chinesischen Marktes – ein Zeichen für die wachsende Bedeutung lokaler Ökosysteme.

Regionale Unterschiede: Afrika hart getroffen, Europa mit Abkühlung

Die Krise trifft die Weltregionen höchst unterschiedlich. Am stärksten leiden die Schwellenländer: Im Nahen Osten und in Afrika brechen die Auslieferungen um 23 Prozent ein. Nordamerika kommt mit einem Minus von 6,3 Prozent vergleichsweise glimpflich davon.

Europa erlebte Anfang 2026 noch einen kurzen Hoffnungsschimmer. Im ersten Quartal stiegen die Auslieferungen um zwei Prozent auf 33 Millionen Geräte. Doch die Analysten von Omdia erwarten eine scharfe Trendwende: Für das Gesamtjahr prognostizieren sie einen Rückgang von zwölf Prozent.

Ausblick: Erholung erst 2028

Die Talsohle ist noch nicht erreicht. Für 2027 rechnen die Marktforscher mit einem weiteren, wenn auch geringeren Rückgang von rund einem Prozent. Eine spürbare Erholung zeichnet sich erst für 2028 ab: Dann soll der Markt um 5,5 Prozent wachsen – vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabilisieren sich und die Lieferkettenprobleme lösen sich.

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