Smartphone-Betrug in Spanien: Fälle mit gestohlenen Geräten steigen um 150 Prozent
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 17:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Spanische Geldhäuser sehen sich mit einer deutlichen Zunahme von Finanzkriminalität über entwendete Smartphones konfrontiert. Bei Instituten in Spanien, die Technologien des Sicherheitsanbieters BioCatch einsetzen, ist der Betrug mit gestohlenen Geräten innerhalb von zwölf Monaten um 150 % gestiegen.
Wie das Finanzportal thefinrate.com in einem Bericht vom 14. Oktober 2026 darlegt, verschärft sich die Sicherheitslage im spanischen Mobil- und Online-Banking damit spürbar.
Wachsende Angriffsintensität und höhere Schäden
Die Auswertungen belegen, dass Kriminelle ihre Aktivitäten über unterschiedliche Angriffswege hinweg ausbauen. So legte die Zahl der Betrugsversuchs-Sessions im Vorjahresvergleich um 19 % zu. Ein noch stärkeres Wachstum verzeichneten die sogenannten Scam-Versuchs-Sessions, die gegenüber dem Vorjahr um 46 % zulegten.
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Zugleich richten die erfolgreichen Taten im Schnitt schwerere finanzielle Einbußen an: Der durchschnittliche Betrugswert erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 63 %. Eine offizielle, landesweite Verlustschätzung für den gesamten spanischen Bankensektor ist den Angaben zufolge bislang allerdings nicht verfügbar.
Social Engineering verursacht Mehrheit der Verluste
Einen gravierenden Anteil an der Schadensbilanz hat die gezielte Manipulation von Kundinnen und Kunden. Laut den im Bericht angeführten Daten machte Social Engineering im vergangenen Jahr 43 % aller erfassten Betrugsfälle aus.
Bei den finanziellen Auswirkungen wog diese Angriffsmethode noch schwerer: Auf Social Engineering entfielen im vergangenen Jahr 60 % der gesamten Betrugsverluste in Spanien. Täter setzen dabei auf psychologische Täuschung, um Verbraucher zur Freigabe von Überweisungen oder zur Weitergabe von Sicherheitsmerkmalen zu bewegen.
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Schadsoftware verschärft die Sicherheitslage
Neben physischen Gerätediebstählen und Täuschungsmanövern verzeichnet die Branche auch auf technischer Ebene wachsende Risiken. Thomas Peacock von BioCatch wies darauf hin, dass die Malware-Sessions bei spanischen BioCatch-Kunden im ersten Halbjahr 2026 um 35 % angestiegen seien.
Die parallele Zunahme von Schadsoftware, manipulativer Kontaktaufnahme und Geräteentwendungen verdeutlicht den vielschichtigen Druck auf Finanzinstitute und Nutzer. Smartphones dienen heute als zentrale Schnittstelle für Kontozugriffe, digitale Zahlungen und Freigabeverfahren.
Gelingt es Dieben, neben dem physischen Gerät auch PIN-Codes oder Zugangsdaten zu erlangen, können sie innerhalb kurzer Zeit Transaktionen veranlassen. Der Schutz mobiler Endgeräte und die Erkennung verdächtiger Sitzungsmuster bleiben für die beteiligten Institute folglich ein wesentlicher Schwerpunkt zur Abwehr weiterer Verluste.
