Smart-TVs: Über 40 Prozent der Apps missbrauchen Internetverbindung
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 14:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vernetzte Alltagsgeräte geraten weltweit zunehmend in die Kritik: Datenschützer, Behörden und Sicherheitsforscher nehmen Kameras, Mikrofone und versteckte Datenströme in Smart-Glasses, Smart-TVs und Spielzeug ins Visier.
Kamera-Brillen: Handel verbietet Smart Glasses
Besonders heftig tobt die Debatte um Smart Glasses. Marktbeobachter beziffern Metas Anteil an diesem Segment auf rund 69 Prozent – doch gerade in Europa und Australien wächst der Widerstand. Londoner Restaurants und Theaterbetreiber haben das Tragen der Brillen bereits verboten. Meta verweist auf integrierte Signal-LEDs, die aktive Aufnahmen anzeigen. Datenschützer fordern strengere Regeln gegen getarnte Aufnahmegeräte.
Die Verunsicherung der Nutzer ist messbar: Anfang August erreichte eine Warn-App, die vor aktiven Smart-Glasses-Sensoren in der Umgebung warnt, Platz drei der meistverkauften iOS-Apps in den USA. Ein klares Zeichen für das wachsende Unbehagen. Auch KI-Kameraanhänger für automatisches Life-Logging stehen wegen rechtlicher Hürden bei permanenter Aufnahme – besonders in Deutschland – in der Kritik.
Smart-TVs: Versteckte Datenströme in Spielen
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Doch nicht nur die Hardware ist das Problem. Sicherheitsforscher untersuchten tausende App-Pakete für Smart-TV-Plattformen von Samsung und LG – mit alarmierendem Ergebnis. Ein erheblicher Teil der Anwendungen enthielt versteckten Code, der die Internetverbindung der Nutzer ungefragt als sogenannten Residential Proxy für fremden Datenverkehr nutzte.
Über 40 Prozent der untersuchten LG-Apps waren betroffen, bei Samsung mehr als ein Viertel – darunter bekannte Spieleklassiker wie Pac-Man oder Tetris. Die Hersteller reagierten: Samsung stoppte Neuregistrierungen für betroffene Entwickler-Kits und untersagte die Nutzung solcher Schnittstellen. LG arbeitet an der Entfernung der Anwendungen.
KI-Spielzeug: Brasilien ermittelt
In Brasilien laufen staatliche Untersuchungen gegen Hersteller von KI-gestütztem Spielzeug. Die Behörden prüfen, ob integrierte Kameras und Mikrofone die Privatsphäre von Kindern gefährden. Zudem steht die Frage im Raum, ob die Simulation von Emotionen eine unzulässige Beeinflussung darstellt. Erste Handelsketten haben den Verkauf betroffener Modelle bereits gestoppt.
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Überhitzte Smartphones: Kühlschrank-Trick zerstört Geräte
Auch bei der Gerätepflege lauern Gefahren. Bei Überhitzung raten Experten dringend davon ab, Smartphones im Kühlschrank abzukühlen. Die Kondensationsfeuchtigkeit beschädigt interne Sensorik und Logikplatine dauerhaft. Zwar blockieren Feuchtigkeitssensoren im Ladeanschluss das Laden, doch gegen Thermoschocks schützt auch die IP68-Zertifizierung nicht.
EU-Bericht: Kommt die Smart-Glasses-Regulierung?
Die rechtliche Einordnung schreitet voran. Die schwedische Datenschutzbehörde IMY veröffentlichte kürzlich Leitlinien zur Verantwortlichkeit in der KI-Wertschöpfungskette. Sie unterscheiden klar zwischen Hardware-Installation, Datenmigration und App-Nutzung. Ein umfassender EU-Bericht zur Handhabung von Smart Glasses und deren Datenschutzimplikationen wird für Ende des Sommers 2026 erwartet. Die Frage ist nur: Reicht das angesichts der rasanten technischen Entwicklung?
