Smart-Ring-Hack, Ultrahuman

Smart-Ring-Hack: Ultrahuman bestätigt Zugriff auf 700 Nutzer

06.06.2026 - 21:25:13 | boerse-global.de

Cyberangriff auf Smart-Ring-Hersteller: Unbefugte erlangten Zugriff auf Schlaf- und Herzfrequenzdaten von rund 700 Nutzern.

Ultrahuman bestätigt Sicherheitsleck: Gesundheitsdaten von 700 Nutzern betroffen
Smart-Ring-Hack - A smart ring on a finger, with a blurred background of digital code, symbolizing a data breach in health monitoring technology. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Smart-Ring-Hersteller Ultrahuman hat einen Sicherheitsvorfall bestätigt, bei dem Unbefugte auf das interne Analysesystem des Unternehmens zugreifen konnten. Die Attacke betraf rund 700 Nutzer – etwa 0,1 Prozent der monatlich aktiven User.

Gestohlene Zugangsdaten als Einfallstor

Die Sicherheitslücke entstand durch gestohlene Anmeldedaten von einem mit Malware infizierten Laptop eines Mitarbeiters. Wie das Unternehmen mitteilte, hatten die Angreifer lediglich „schreibgeschützten“ Zugriff auf das System. Das bedeutet: Sie konnten bestimmte Gesundheitsdaten wie Schlafmuster und Herzfrequenz einsehen, aber weder verändern noch die Geräte selbst manipulieren.

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Sensible Identifikationsmerkmale wie Passwörter oder Zahlungsinformationen blieben nach Unternehmensangaben geschützt. Ob die Täter tatsächlich Gesundheitsdaten abgreifen konnten, ließ sich nicht abschließend klären. Betroffen waren Nutzer sowohl des Ring Air als auch des Ring Pro.

Cloud-basierte Gesundheitsdaten im Visier

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf ein grundlegendes Problem der Smart-Ring-Branche. Die meisten modernen Wearables speichern hochauflösende Gesundheitsdaten in der Cloud – ein zentrales Angriffsziel für Cyberkriminelle.

Die Sicherheitslücke kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt rasant wächst. Erst Anfang der Woche brachte der Konkurrent Oura seinen fünften Smart Ring auf den Markt – 40 Prozent kleiner als das Vorgängermodell und mit neuen Funktionen zur Blutdruck- und Atemwegsüberwachung. Und das Unternehmen Adaptyx Biosciences präsentierte auf der 86. Jahrestagung der American Diabetes Association im Juni 2026 den ersten Wearable zur kontinuierlichen Cortisol-Messung.

Je sensibler die Daten werden, desto schwerer wiegen Sicherheitslücken. Was bedeutet das für deutsche Nutzer? Wer einen Smart Ring trägt, vertraut dem Hersteller intime Gesundheitsdetails an – von der Schlafqualität bis zum Stresslevel.

Welle von Cyberangriffen erschüttert Gesundheitsbranche

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Der Ultrahuman-Vorfall ist kein Einzelfall. Anfang Juni erschütterte eine Serie von Hackerangriffen die Gesundheitsbranche. Am 2. Juni 2026 bestätigte der Zahnversicherer DentaQuest einen Cyberangriff, bei dem 234 Gigabyte Daten gestohlen wurden. Die Hackergruppe ShinyHunters erbeutete Berichten zufolge 2,6 Millionen Datensätze mit Namen, Geburtsdaten und Versicherungsinformationen.

Noch gravierender: Das New Yorker Krankenhausnetzwerk NYC Health + Hospitals meldete einen massiven Datenleck, das Millionen von Patienten und Mitarbeitern betrifft. Zwischen Ende 2025 und Februar 2026 erbeuteten Unbekannte Sozialversicherungsnummern und biometrische Daten.

Und im Technologiesektor entdeckten Forscher am 4. Juni eine inaktive, aber produktionsreife Gesichtserkennungs-Pipeline in der App für Metas Smart Glasses. Diese Vorfälle haben die Forderungen nach strengeren Regeln für die Speicherung biometrischer Daten lauter werden lassen. Datenschutzorganisationen drängen auf klare gesetzliche Vorgaben – auch in Europa.

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